Waldkindergarten in Greiz gestartet

Greiz.  Am Dienstag war Startschuss in der neuen Einrichtung in Obergrochlitz. Mehrere Jahre hatten Eltern für diesen Moment gekämpft.

Kinder, Eltern, Leitung und Erzieher des neuen Waldkindergartens in Greiz im Wald am Kindergarten in Obergrochlitz

Kinder, Eltern, Leitung und Erzieher des neuen Waldkindergartens in Greiz im Wald am Kindergarten in Obergrochlitz

Foto: Tobias Schubert

Ein Gerüst ist zwar nach wie vor noch an der ehemaligen Grundschule in Obergrochlitz zu sehen, aber auch das soll spätestens in 14 Tagen verschwunden sein. Das erste Kinderlachen war aber schon in dessen Räumen und natürlich im angrenzenden Wald zu hören: Der Waldkindergarten in Obergrochlitz, um dessen Einrichtung die Initiatoren seit mehreren Jahren kämpften, konnte am Dienstag seine Türen öffnen.

Entstanden war die Idee zum Waldkindergarten durch eine Elterninitiative, die heute unter dem Namen Wurzeln und Flügeln im Wald firmiert. Als sie im Winter 2018 zum ersten Mal an die Öffentlichkeit gingen, hatten sie zu diesem Zeitpunkt schon zwei Jahre darum gekämpft, in die Bedarfsplanung der Stadt Greiz aufgenommen zu werden, erzählten sie damals. Seit 2018 habe man mit der Stadt verhandelt, erzählte am Dienstag Wolfgang Gündel vom Diakonieverein Carolinenfeld, dem Träger des Waldkindergartens. „Es ist ein tolles Gefühl, dass das Projekt nun vollendet ist“, freute sich auch Henriette Bender aus der Geschäftsleitung des Diakonievereins. Vor rund einem Jahr hatte man ein Interessenbekundungsverfahren gestartet und den Zuschlag erhalten, erinnerte sie sich.

Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie und dank der vielen fleißigen Firmen, die an der Sanierung des Gebäudes in den vergangenen Wochen beteiligt waren, ging es voran. Innen habe man komplett alles saniert, auch brandschutztechnisch sei man nun auf dem neuesten Stand, so Gündel. Rund 330.000 Euro wurden in den Umbau investiert. Darin enthalten sind Fördermittel vom Land Thüringen.

Mit zehn Kindern ging es nun in der Einrichtung mit Ganztagesbetreuung los, angepeilt werden einmal 36, die Hälfte im Bereich ein bis drei Jahre, die andere Hälfte im Bereich der Dreijährigen bis zum Schulanfangsalter.

Vielzahl Anmeldungen liegt vor

Eine Vielzahl von Anmeldung liege schon vor, so die Kindergartenleiterin Dana Schmidt. Mit ihr sind derzeit vier Mitarbeiter in der Einrichtung tätig, ihre Zahl werde aber kontinuierlich steigen, wenn die Zahl der zu betreuenden Kinder steige.

Trotz des besonderen Konzepts des Waldkindergartens – der Wald ist Erlebnis- und Lernort für die Kinder, dort verbringen sie täglich viel Zeit – bereite man sich auf die Bestimmung vor, so Bender. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein fester Anlaufpunkt/ein festes Gebäude benötigt wird – eben die ehemalige Grundschule in Obergrochlitz. Das Haus ist zugleich Sammelpunkt beispielsweise zum Mittagessen oder der –ruhe als auch Notquartier bei schlechter Witterung. Neben dem Wald steht zum Beispiel ein großer Schulgarten zur Verfügung. Duch die Nähe zur unmittelbar benachbarten Carolinenschule des Diakonievereins wird auch ein besonderer Wert auf die integrative Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen gelegt.

Das Konzept der Waldkindergärten stammt aus Skandinavien, in den 1950er-Jahren wurde in Dänemark der erste gegründet. Der erste Waldkindergarten in Deutschland wurde 1968 als Privatinitiative in Wiesbaden ins Leben gerufen, den ersten anerkannten Waldkindergarten gab es dann 1993 in Flensburg. Teil des Konzeptes ist es beispielsweise, dass es kein handelsübliches Spielzeug gibt, sondern mit Gegenständen aus der Natur gespielt oder gebastelt wird.

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