Wasserbüffel im Flur Zscherlich als Zankapfel

Zeulenroda-Triebes  Angler im Flur Zscherlich äußern Unverständnis über die Ansiedlung von Wasserbüffeln. Ervema Agrar sieht spricht hingegen von einem Beitrag zum Naturschutz.

Axel Wagner ist enttäuscht darüber, wie man mit landschaftlich geschützten Flächen umgeht. In einem von den Mitgliedern des Anglervereins Triebes gepachteten Teich im Flur Zscherlich wurden durch den Verpächter Wasserbüffel angesiedelt. 

Foto: Heidi Henze

Als die Mitglieder des Anglervereins Triebes in ihren gepachteten Teich oberhalb der Kläranlage im Flur Zscherlich Wasserbüffel erspähten, die seit kurzem hier Einzug gehalten haben, waren sie darüber mächtig erbost.

Nur zu verständlich, denn die neuen Bewohner in dem Teich haben sie völlig überrascht, so auch Axel Wagner, Vorsitzender des Anglervereins 1955 Triebes, der noch im Gespräch völliges Unverständnis darüber äußerte.

Er begründet seinen Unmut. Wasserbüffel verunreinigen das Gewässer durch ihre Ausscheidungen und wühlen den Teichboden auf. Dadurch hätten die Brutfische, die die Angler in dieses Pachtgewässer eingesetzt haben, nur eine geringe Überlebenschance.

Doch noch etwas bewegt Wagner und seine Mitglieder. Es geht ihnen auch um die landschaftlich geschützte Fläche, die sich am Ufer des Teiches in Richtung Niederböhmersdorf anschließt und auf der wilde Orchideen wachsen. Knabenkraut und Himmelschlüssel seien nur zwei Sorten von Orchideen, die hier ihren Lebensraum haben.

Unterschiedliche Standpunkte

Axel Wagner hat nun Angst, dass die landschaftlich geschützte Fläche zusammen mit den Pflanzen durch die Wasserbüffel mit ihren kräftigen Tritten sowie durch die Exkremente Schaden nehmen könnten. „Es wird ein Biotop zerstört“, sagt Wagner.

Er suchte das Gespräch mit dem Verpächter der beiden Teiche Wolfram Köber, Geschäftsführer der Ervema Agrar Gesellschaft Wöhlsdorf. „Es ist unser Beitrag für den Naturschutz. Das alles passiert in Abstimmung mit dem Landratsamt Greiz“, sagte Köber.

Er erwähnte auch, dass die Einwohner des Zeulenroda-Triebeser Ortsteiles Niederböhmersdorf schon länger die Entwicklung des Areals mit Argwohn beobachtet haben und ihn mehrmals angesprochen hätten, hier tätig zu werden. Zumal an den Uferzonen auch das Ausbreiten des Riesen-Bärenklau, welcher bei Kontakt und anschließender Sonnenbestrahlung schwere Hautreizungen verursachen kann, beobachtet wurde. Ebenso invasiv breite sich das japanische Springkraut aus. Die aus dem indischen Subkontinent kommende Zierpflanze verdränge einheimische Pflanzenarten.

Einen Nutzen aus der Haltung von Wasserbüffeln hätte das landwirtschaftliche Unternehmen Ervema kaum, sagt Wolfram Köber. „Unsere Erwartungen liegen hier nur im Sinne des Naturschutzes“.

Untere Naturschutzbehörde begrüßt Haltung der Tiere

Nachgefragt in der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Greiz hieß es, „es ist richtig, dass die Ervema dort die Fläche mit Wasserbüffeln extensiv beweidet.“ Mit Hilfe dieser Tiere erhoffe man sich eine Verbesserung der Pflanzenvielfalt auf den artenarmen ­Wiesenflächen sowie eine Ausbreitung der Orchideen auf dem Mini-Schutzgebiet, das eine Fläche von rund 0,3 Hektar umfasst.

Von der Unteren Naturschutzbehörde wird die Beweidung durch die Wasserbüffel begrüßt. Zumal man mit der extensiven Beweidung bereits auf dem weitaus bekannteren Orchideenstandort Kölbelwiese bereits gute Erfahrungen gemacht habe, ebenso im Naturschutzgebiet Frießnitzer See-Struth.

Axel Wagner vom Anglervereins Triebes ist zwar nicht gerade begeistert über diese Aussage und wolle die Entwicklung im Gewässer ebenso wie die im Uferbereich zukünftig beobachten, sagt er. Im Herbst werden die Mitglieder des Anglervereins nun den Teich ablassen und die Fische in ein Gewässer umsetzen, im dem sie bessere Chancen haben.

Meine Meinung: Heidi Henze über das Gespräch zweier Partner

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.