Greizerin viel zu früh gestorben: Weggefährten würdigen Corina Gutmann auf besondere Weise

Greiz.  In einem rund einstündigen Podcast erzählen Zeitzeugen vom Leben und Wirken der zu früh verstorbenen Greizer Bibliothekschefin.

Archivfoto: Die viel zu früh verstorbene Greizer Bibliotheksleiterin, Corina Gutmann, mit dem Verleger Tristan Rosenkranz und der Freizeitbeamtin Anke Hartmann (von links), mit der Gutmann viele Jahre eng zusammenarbeitete.

Archivfoto: Die viel zu früh verstorbene Greizer Bibliotheksleiterin, Corina Gutmann, mit dem Verleger Tristan Rosenkranz und der Freizeitbeamtin Anke Hartmann (von links), mit der Gutmann viele Jahre eng zusammenarbeitete.

Foto: Tobias Schubert

Es ist nur etwas mehr als ein halbes Jahr her, dass im März die Greizer Bibliotheksleiterin, Corina Gutmann, nach schwerer Krankheit viel zu früh verstarb. Nun haben Weggefährten sie noch einmal in einer besonderen Form gewürdigt: als Podcast.

Aufgenommen haben diesen Podcast – quasi ein Radiobeitrag, der aber über das Internet angehört werden kann – der Autor und Moderator Marko Kruppe und der Verleger Tristan Rosenkranz vom Geraer Verlag Edition Outbird, in dem Corina Gutmann das Buch Kopfkino mit Geschichten von Häftlingen der Justizvollzugsanstalt Hohenleuben herausgab.

Anfrage vom Literaturraterhalten

Jens Kirsten vom Literaturrat Thüringen sei auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er nicht etwas für den Literaturrat über Gutmann schreiben könnte, erklärt Rosenkranz, wo die Idee ihren Ursprung hatte. Auch im Gespräch mit Kruppe sei ihm aber schnell klar gewesen, dass die Schriftform der ehemaligen Bibliotheksleiterin nicht gerecht werden würde. „Sie war so lebendig, das wollten wir transportieren.“ Also entschied man sich für die Gesprächsform und auch dafür Interviews mit Zeitzeugen einzufügen, die die Person Gutmanns sichtbarer machen sollten.

Dank Gutmann viele Menschenkennengelernt

„Im weitesten Sinne ist es ein Feature“, sagt Kruppe, der die ehemalige Bibliothekschefin 2017 kennenlernte, als er sie eigentlich nur auf seine Lesungen aufmerksam machen wollte. Drei Monate später trug er schon aus Bukowskis Werke in der Kulturgarage des Vereins Alte Papierfabrik vor. Dank Gutmann habe er nicht nur diesen Ort sondern dort auch eine Reihe von Menschen kennengelernt, „die schnell zu Freunden wurden.“

Kruppe war es auch, der die Interviews mit den Weggefährten einsammelte. So erzählen Franziska Barth – die erste Kulturfreiwillige in der Bibliothek, die schon als Jugendliche in die Einrichtung kam und nach eigener Aussage stark von Gutmann geprägt wurde – die langjährige Kollegin Gutmanns und derzeitige kommissarische Leiterin der Bibliothek, Carolin Beutler, und Martin Straub vom Verein Lesezeichen, einem langjährigen Partner der Einrichtung, und natürlich Kruppe und Rosenkranz aus Gutmanns Leben und wie sie sie erlebten. Für Rosenkranz war es der Lesezeichen-Verein, durch den er in Kontakt mit Gutmann kam, um über eine mögliche Lesereihe zu sprechen. „Sie war sehr warmherzig, lebenslustig, offenherzig und wollte immer Menschen mit ihren Stärken fördern“, erinnert er sich. „Sie hatte einen Blick für ,Randfiguren’, die nicht immer den Mainstream-Weg gegangen sind und trotzdem viel kulturell machen konnten.“

Blick für Randfiguren, die kulturell viel machen

Das zeigte sich zum Beispiel bei der Arbeit mit den Häftlingen in Hohenleuben, vor denen beispielsweise auch Kruppe im Gefängnis schon las. Auch dieses Engagement neben den vielen anderen Aktivitäten Gutmanns habe man mit dem Podcast würdigen und in Erinnerung rufen wollen.

Mit den Häftlingen habe auch seine größte Hoffnung für die Zukunft zu tun: „Corinas innigster Wunsch war es immer, dass ihr Erbe in der Arbeit mit den Häftlingen weitergeführt wird. Ich hoffe wirklich, dass es damit weitergeht“, sagt der Verleger.

Der Podcast ist unter www.literaturland-thueringen.de/artikel/portraets/wir-hatten-eine-geile-zeit-podcast-von-tristan-rosenkranz-und-marko-kruppe-ueber-das-wirken-corina-gutmanns/ zu finden.