Weidatal-Marathon soll ökologischer werden

Weißendorf  Laufshirts aus recyceltem Plastik können bestellt werden

Das Wasser für die Läufer wird bisher an der Strecke in Plastikbechern zur Verfügung gestellt. Die Organisatoren wollen das in den kommenden Jahren ändern.

Das Wasser für die Läufer wird bisher an der Strecke in Plastikbechern zur Verfügung gestellt. Die Organisatoren wollen das in den kommenden Jahren ändern.

Foto: Heidi Henze

Der Weidatal-Marathon und sein kleiner Bruder der Weidatal-Crosslauf sind ja eher familiäre Veranstaltungen. Bei der letzten Ausgabe im Jahr 2017 waren aber trotzdem rund 500 Läufer am Start. Und wie bei jedem Event fällt auch bei diesem Müll an. Läufer müssen entlang der Strecke mit Wasser versorgt werden – meist aus Plastikbechern. „Auch bei uns sind in diesem Jahr noch Becher aus Plastik zum Einsatz. Die sind ja sowieso noch von der letzten Veranstaltung übrig und müssen weg. Langfristig wollen wir aber nachhaltiger werden“, sagt Mitorganisator Torsten Jung.

Viele Marathonläufe haben ein Plastikproblem

Bei großen Läufen wie dem München-Marathon mit mehr als 20.000 Läufern fallen beispielsweise neun Tonnen Restmüll an. Beim Berlin-Marathon mit 44.000 Teilnehmern werden insgesamt eine Million Plastik-Becher verteilt. Doch auch bei den „Großen“ hat in den vergangenen Jahren ein kleines Umdenken stattgefunden. Wiederverwendbare Becher und Mehrwegsysteme sind bereits umgesetzt oder in der Diskussion.

Gerade beim Thema Plastik wollen auch die Organisatoren aus Weißendorf künftig ansetzen. Beim nächsten Mal soll es bereits mehrfach verwendbare Silikonfaltbecher oder Mehrwegbecher geben. Bei der diesjährigen Ausgabe sind es eher kleinere Punkte, bei denen bereits an Plastik gespart werde. So werden die Starternummern nicht mehr in Klarsichthüllen ausgeteilt. Und erstmals wird es ein eigenes Laufshirt geben. Hergestellt aus recyceltem Plastik. „Wir wissen, dass wir als kleiner Verein nicht alles sofort realisieren können“, sagt Jung.

Aber irgendwie sei es ja fast schon paradox, dass Läufer sich durch eine Achtsamkeit für den eigenen Körper auszeichnen und dann bei einem Marathon oft so viel Unachtsamkeit gegenüber der Natur gezeigt werde. „Und ohnehin geht der Trend ja dahin, wieder mehr in der Natur zu laufen“, sagt Jung. Und die gelte es schließlich zu bewahren.

Die Idee, ein eigenes Laufshirt drucken zu lassen, sei aber vor allem aufgrund vieler Anfragen von Läufern und Fans entstanden. Auch Sponsoren hätten mehrfach dazu angeregt. Als Jung dann bei dem Anbieter, der die Medaillen für die Sieger liefert, die Möglichkeit entdeckte, ein Shirt aus recyceltem Plastik fertigen zu lassen, wurde aus der Idee ein Plan. Zusammen mit Sven Goldschmidt von den Vogtlandwerkstätten entstand das Logo. Wer ein Shirt möchte, kann bis zum 4. August über die Internetseite eine Vorbestellung abgeben. „Wir wollen nur so viele Shirts drucken lassen, wie auch Bedarf da ist“, sagt Jung.

Als er bei der Planung der Cross-Strecke, die auch durch einen unbefestigten Weg im Wald führt, mit dem Besitzer des Forstes sprach, kam Jung gleich noch eine Idee. „Ich habe erfahren, in was für einem schlimmen Zustand die Wälder sind“, sagt er. Durch den Borkenkäfer sind viele Waldstücke in der Region bedroht. Auch bei diesem Thema soll der Gedanke der Nachhaltigkeit mit Verantwortung für die Region verwebt werden. „Wir wollen für jedes verkaufte Laufshirt einen Baum an der Weidatalsperre pflanzen“, sagt Jung.

Beide Wettbewerbe finden in diesem Jahr am 31. August statt. Die Anmeldung für den Weidatal-Cross ist bereits geschlossen. Es gibt eine Warteliste. Die Registrierung für den Marathon ist noch bis 24. August möglich. Auch Distanzen über 21, 11 und 6 Kilometer sind möglich – im Lauf und im Nordic Walking.

Bis zum 4. August kann das Laufshirt unter www.forever-jung.de/weidatal-laufshirt/ vorbestellt werden.

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