XXVIII. Greizer Theaterherbst unter dem Motto „Es ist Zeit...“

Greiz  Werkstattleiter stellen am Sonntag ihre Projekte vor und suchen Mitwirkende

„Last und Wunder sein“ lautete der Titel der Eröffnungsinszenierung des Greizer Theaterherbstes 2018, auch die Werkstätten in diesem Jahr geben den Teilnehmern die Chance dazu. Foto: Karsten Schaarschmidt

„Last und Wunder sein“ lautete der Titel der Eröffnungsinszenierung des Greizer Theaterherbstes 2018, auch die Werkstätten in diesem Jahr geben den Teilnehmern die Chance dazu. Foto: Karsten Schaarschmidt

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Unruhige Zeiten, so scheint es. „Es ist Zeit...“, so lautet deshalb das Motto des XXVIII. Greizer Theaterherbstes. Aber wofür ist es Zeit und was braucht diese Zeit? „Es ist Zeit, die Zeit wahrzunehmen, innezuhalten, weiterzugehen, sich einzumischen, zuzuhören, nicht mehr wegzuschauen, aufzuschreien und vieles mehr“, sagt der Berliner Schauspieler, Regisseur und Künstlerischer Leiter des Festivals, Martin Heesch. Am Sonntag stellen, ab 16 Uhr, in der Vogtlandhalle Greiz, die Werkstattleiter ihre Projekte vor, mit denen sie Impulse zum Nach- und Weiterdenken über das Hier und Jetzt geben wollen.

Sechs Werkstätten, ein Stimm- und Sprachworkshop sowie ein Sommer-Zirkusprojekt suchen Mitwirkende. Schon traditionell entsteht die Eröffnungsinszenierung des Festivals wieder in Eigenregie. Der Berliner Regisseur und Schauspieler Andreas Mihan will mit seinen Mitwirkenden, ab 18 Jahren, einen „Raum der Wünsche“ erschaffen. Grundlage ist die Romanvorlage „Picknick am Wegesrand“ von Arkadi und Boris Strugazki. Daraus soll ein Stück über Wünsche, Biografien sowie zu erfüllten und unerfüllten Sehnsüchten und zum Glück – auch vor dem Hintergrund 30 Jahre Mauerfall – entwickelt werden. Für Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren wird wieder ein Filmprojekt angeboten. Nach dem erfolgreichen „Tatort“ im vorigen Jahr sollen nun unter Leitung des Filmemachers Pedro Deltell Colomer und seinem Team Kurzfilme gedreht werden; Motto: „Es ist Zeit, deine Geschichte zu erzählen“.

Frei nach der Vorlage von Peter Weiss „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade“ will Georg Peetz, Regisseur aus Falkensee, mit Teilnehmern ab 16 Jahren ein Stück entwickeln. Das Ergebnis darf mit Spannung erwartet werden, landete Peetz 2017 mit seiner Kafka-Inszenierung „Verwandlung“ doch einen riesigen Erfolg, der 2018 für den Thüringer Theaterpreis nominiert war.

Seit langem steht wieder eine Pantomime-Werkstatt, Titel „Komische Geräusche“, auf dem Theaterherbst-Programm. Die Leitung übernimmt der Berliner Pantomime Ron Agenant, den sicher manche noch von früheren Theaterherbsten kennen und schätzen.

Tomi Ungerer liefert mit seinem Stück „Drei Räuber und ein Kind“ das Grundgerüst für die Schauspielwerkstatt für Kinder, die von dem Dresdener Regisseur und Schauspieler Morten Gensch geleitet wird. Tradition hat die von der Berliner Bühnenbildnerin Julia Kopa geleitete Werkstatt „Kabel, Kulissen und Kostüme“, die sich an alle Interessenten wendet, die nicht auf der Bühne stehen, aber beim Festival dabei sein wollen. Und nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr bietet der Theaterherbst auch in diesem Jahr einen „Spielerischen Stimm- und Sprachworkshop“ an. Unter Leitung der Berliner Regisseurin und Stimmtrainerin, Anika Pinter, wendet sich der Kurs an alle, die Lust haben, nicht nur sich, sondern speziell auch ihre Stimme zu bilden. Wie der Stimmbildungsworkshop, ist für den Sommer zudem ein Zirkusprojekt geplant, bei dem sich Teilnehmer im Alter zwischen zehn und 18 Jahren im Einradfahren, am Trapez oder beim Jonglieren ausprobieren können.

Wie immer sind die Werkstätten für die Teilnehmer kostenlos. Anmeldungen sind jederzeit über das Büro des Theaterherbstes, Telefon 03661/67 10 50, oder per E-Mail greizer@theaterherbst.de möglich.

Weitere Informationen: www.theaterherbst.de

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