Zwischen Konsumwahn und Weihnachtsfreude

Marcus Voigt über einen umkämpften Freitag und die beginnende Weihnachtszeit.

Marcus Voigt

Marcus Voigt

Foto: Sascha Fromm / TA

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Donnerstag wurde in den USA Thanksgiving gefeiert. Einen Tag später startet dort traditionell die Weihnachtseinkaufssaison. Am sogenannten „Black Friday“ locken die Geschäfte mit Rabatten und Sonderangeboten.

Wir würden nicht in einer globalisierten Welt leben, wenn der „Black Friday“ mit seinen Verlockungen nicht auch bei uns seinen Platz im Kalender hätte. Und so kam es, dass zeitgleich Jugendliche für mehr Klimaschutz und Konsumverzicht protestierten, während nicht nur andere Altersgenossen Dinge kauften, die sie zwar nicht brauchen, die aber eben billiger waren.

In Greiz fiel die Abstimmung mit den Füßen deutlich aus: 20 Teilnehmer kamen zum „Fridays for Future“-Protest, dass waren deutlich weniger als bei vorangegangen Demonstrationen. Es war für die Klimaschutzbewegung in der ehemaligen Residenzstadt tatsächlich ein „Black Friday“. Darüber konnte auch die aufsehenerregende Protestaktion am Puschkinplatz nicht hinwegtäuschen. Ob es nun an den Verheißungen des Kapitalismus, am Wetter oder einer nachlassenden Schlagkraft der Bewegung lag, darüber lässt sich natürlich streiten.

Ich habe mich indes so verhalten, wie es die Unterstützer des Konsumverzichts fordern: Der „Black Friday“ ließ mich kalt. Ich muss aber auch zugeben, dass das kein bewusster Akt war, um etwas zum Klimaschutz beizutragen, sondern das alljährliche Hinauszögern des Kaufens von Weihnachtsgeschenken. Dafür ist auch in drei Wochen noch Zeit.

Generell bin ich ein Weihnachts-Spätzünder. Lebkuchen in den Supermärkten ignoriere ich bis weit in den Dezember hinein und mit Weihnachtsliedern braucht mir sowieso keiner kommen. Dennoch, und damit sind wir bei Geständnis Nummer zwei, habe ich mich gefreut, als ich nach einer Dienstreise wieder nach Greiz kam. Besinnliche Beleuchtungen an den Häuserfassaden sorgen auch bei mir für etwas Adventsfeeling.

Und so wünsche ich allen Weihnachtsfans, die sich an diesem Wochenende auf die ersten Weihnachtsmärkte in der Region freuen, viel Spaß. Zahlreiche Freiwillige haben wieder Buden aufgebaut, schenken Glühwein aus oder führen weihnachtliche Programme auf. Das hat doch einen Besuch verdient.

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