1:6-Niederlage gegen Hoffenheim: Aufsteiger FF USV Jena zahlt Lehrgeld

Jena  Die Fußballerinnen des FF USV Jena kassieren zum Bundesligastart eine 1:6-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim.

Die Jenaerin Vanessa Fudalla (links) kommt hier gegen die Hoffenheimerin Lena Lattwein zu spät.

Die Jenaerin Vanessa Fudalla (links) kommt hier gegen die Hoffenheimerin Lena Lattwein zu spät.

Foto: Jürgen Scheere

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Der Schuss von Hoffenheims Isabella Hartig aus gut 20 Metern segelte lange durch die Luft und schlug dann in der rechten oberen Ecke des Tores des FF USV Jena ein. 0:1 gegen die TSG Hoffenheim vor 487 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld nach gerade einmal drei Minuten – die Begrüßung zur Bundesliga-Rückkehr hätte für die Thüringer Fußballerinnen nicht schlimmer ausfallen können. Als vier Minuten später Leonie Pankratz nach einer Hoffenheimer Ecke aus ähnlicher Distanz abzog, USV-Keeperin Sarah Hornschuch das Spielgerät an die Unterkante der Latte lenkte, von wo aus es an ihren Rücken und ins Tor sprang, war die Niederlage für den Zweitliga-Aufsteiger schon besiegelt – nach sieben Minuten.

„Zwei solche Sonntagsschüsse“, schüttelte USV-Trainer Chris Heck bei der Nachbetrachtung den Kopf. „Schlechter hätte es für uns nicht beginnen können.“ In der Tat war durch den 0:2-Rückstand nichts mehr von der Euphorie, mit der ein Aufsteiger mitunter in den ersten Spielen agiert, vorhanden.

Die Jenaerinnen stemmten sich zwar „aufopferungsvoll“, wie Heck lobend erwähnte, gegen die Niederlage. Aber die Hoffenheimerinnen waren deutlich besser, kombinierten sich immer wieder sehenswert vor das Jenaer Tor. Und sie ließen in der 21. Minute durch Nicole Billa auch noch das 3:0 für ihre Farben folgen.

Karla Görlitz erzielt den Ehrentreffer für Jena

Die restliche Partie wurde zum Testlauf für beide Mannschaften. Jena versuchte, sich ans Bundesliga-Niveau zu gewöhnen. „Das Tempo, die Spielgeschwindigkeit, die Zweikampfhärte, da müssen sich unsere Mädels noch steigern und anpassen“, sagte Chris Heck.

Hoffnungen machte ihm sein Gegenüber Jürgen Ehrmann. „Jena hatte zwar Anpassungsschwierigkeiten, doch ich denke, sie werden es in den nächsten Wochen besser machen“, sagte der TSG-Coach.

Mit seinen Spielerinnen war er vollauf zufrieden. Sie wollten in der zweiten Halbzeit Ball und Gegnerinnen laufen lassen. Und das taten die Gäste auch. Erneut Nicole Billa (63.), Fabienne Dongus per Kopf (69.) und Franziska Harsch (83.) stellten nach teilweise wunderbar herausgespielten Treffern den Spielstand auf 6:0 für Hoffenheim. „Zumindest nicht zweistellig“, dachte da der eine oder andere FF USV-Fan auf der Tribüne.

Grund zum Jubeln gab es für den Jenaer Anhang zumindest noch. Die eingewechselte Karla Görlitz bewies, dass die Thüringerinnen auch im Oberhaus Treffer erzielen können mit ihrem schönen Schuss in der 86. Minute, der vom Innenpfosten ins Hoffenheimer Netz flog und gleichzeitig den Endstand herstellte.

„Wir müssen versuchen, uns von Woche zu Woche zu steigern, den Klassenerhalt im Fokus behalten“, sagte Chris Heck. „Bei einer 1:6-Niederlage kann ich nicht sagen, dass wir alles gut gemacht haben. Da muss noch eine Schippe drauf gelegt werden, wenn wir in den nächsten Spielen Punkte sammeln wollen.“ Die nächste Chance haben die Jenaerinnen am kommenden Sonntag ab 14 Uhr im Ost-Derby bei Turbine Potsdam.

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