Ärger um Parkplätze in Porstendorf

Angelika Schimmel
| Lesedauer: 3 Minuten
Carsten Dörfer ist verärgert, dass die Gemeinde in Porstendorf An der Leite Parkplätze einfach beseitigt hat.

Carsten Dörfer ist verärgert, dass die Gemeinde in Porstendorf An der Leite Parkplätze einfach beseitigt hat.

Foto: Angelika Schimmel

Porstendorf.  Schmale Straßen ohne Gehwege und fehlende Parkplätze sind ein großes Manko kleiner Gemeinden. So wie in Porstendorf, das eigentlich wächst und gedeiht.

Während andernorts über rückläufige Einwohnerzahlen in den Dörfern geklagt wird, so kann der Gemeinderat von Neuengönna/Porstendorf in dieses traurige Lied nicht einstimmen. Im Gegenteil. Dass in den beiden Dörfern der Gemeinde eifrig gebaut wird, ist nicht zu übersehen. Dass der gemeindeeigene Kindergarten längst an seine Kapazitätsgrenzen stößt, und man hier schon laut über einen Neubau nachdenkt, bezeugt, dass immer mehr junge Familien in den Dörfern im Speckgürtel nördlich von Jena ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben. Und dieser Trend wird sich fortsetzen, denn es gibt noch einige Pläne für Neubauten, vor allem in Porstendorf.

In kleinen Straßen gibt es kaum Parkmöglichkeiten

Doch die wachsende Einwohnerzahl hat auch negative Auswirkungen. Denn die Infrastruktur in dem Ort, der von der Bundesstraße 88 immer weiter den Hang hinauf bis an den Waldrand wächst, kann kaum mitwachsen. So müssen Autofahrer in den schmalen Straßen gut aufpassen, wenn ihnen andere Fahrzeuge entgegenkommen. Große Probleme haben diejenigen, die für ihr Auto einen Parkplatz am Straßenrand suchen. Meist ist dafür kein Platz.

Carsten Dörfer, der im mittleren Bereich der Straße An der Leite in einem Mehrfamilienhaus wohnt, kann ein Lied davon singen. „Ein kleines Stück Wiese unterhalb des Hauses war bisher die einzige Möglichkeit, den Pkw abzustellen. Aber man musste schon aufpassen, denn das Grundstück geht schnell ziemlich steil den Hang hinab. Mancher traute sich nicht, sein Fahrzeug hier abzustellen“, erzählt der junge Mann. Doch selbst dem versiertesten Einparker ist diese Möglichkeit jetzt genommen. „Die Gemeinde hat eines Tages einfach hier den schmalen Streifen Wiese weggebaggert, Warnbaken aufgestellt und so Tatsachen geschaffen, ohne vorher einmal mit den Anwohnern zu sprechen“, schimpft Dörfer. Als Parkalternative sei der Bahnhof vorgeschlagen worden. Seinem Unmut über dieses Vorgehen machte der junge Mann in der letzten Gemeinderatssitzung Luft.

Parkende Autos behindern Müllabfuhr und Baufahrzeuge

Doch dort wurde ihm erklärt, dass es für die Gemeinde keine andere Möglichkeit gegeben habe, als so zu handeln. Denn immer wieder sei es in dieser Straße zu Problemen gekommen, weil Autos zu weit auf der Straße geparkt hatten und für andere Fahrzeuge kein Durchkommen gewesen sei. Mehrfach hatten vor allem Müllfahrzeuge keine Chance, an den geparkten Autos vorbei zu kommen, erklärte Gemeinderat Uwe Poppe. Da in den vergangenen Wochen zudem in der gleichen Straße am südlichen Ortseingang gebaut wurde, habe sogar ein Abschleppunternehmen gerufen werden müssen, weil die Müllfahrzeuge oder Baufahrzeuge nicht rangieren konnten. Mitglieder des Gemeinderates hatten sogar bei den Anwohnern geklingelt, um die Autobesitzer zum Wegfahren zu bewegen. „Doch sie haben einfach nicht aufgemacht“, berichtete Gemeindearbeiter Uwe Schwarze. „Der Entsorger hat schließlich gedroht, Porstendorf nicht mehr anzufahren, also mussten wir handeln“, erklärte der Gemeinderat. Schließlich sei man verpflichtet, auf den Gemeindestraßen für Verkehrsfreiheit zu sorgen. Dass Rettungsfahrzeuge oder die Feuerwehr behindert würden, gehe nicht an.

Dennoch würde sich der Gemeinderat nicht verschließen, wenn Anwohner nach Absprachen Parkflächen schaffen wollten, wo dies möglich sei, wurde in der Sitzung klargestellt. Für Carsten Dörfer ist das durchaus eine Option, er will nun mit dem Bauamt abklären, was da möglich ist, wo sein Pkw Jahre lang stand.