Recyclen für den guten Zweck: Sechzehnjährige aus Coppanz sammelt alte Handys

Jördis Bachmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Die 16-jährige Frieda Küchler besucht die 10. Klasse der Freien Ganztagsschule in Milda und hat eine Handysammelaktion gestartet.

Die 16-jährige Frieda Küchler besucht die 10. Klasse der Freien Ganztagsschule in Milda und hat eine Handysammelaktion gestartet.

Foto: Privat

Jena/Milda.  Alte Handys in Jena abgeben und dabei Gutes tun, das organisiert eine Teenagerin aus Coppanz.

Eigentlich lautete die Aufgabenstellung, ein eigenes Produkt herzustellen. Doch weshalb etwas Neues kreieren, wenn man auch das Alte recyceln kann und so ein nachhaltiges Projekt starten kann? Das jedenfalls fragte sich die 16-jährige Frieda Küchler aus Coppanz, die die Freie Ganztagschule in Milda (Saale-Holzland) besucht, als sie nach einem Thema für ihre Schulprojektarbeit suchte.

Begonnen hatte die Arbeit im Frühjahrslockdown des vergangenen Jahres. „Dadurch konnten viele Schüler-Gruppen ihre Projekte nicht wie vorgesehen umsetzen“, sagt Frieda Küchler. Doch sie hatte da Glück: „Ich musste zwar einiges ändern, aber die Grundidee blieb umsetzbar.“

„Im Geografieunterricht wurde angesprochen, dass es möglich ist, Handys zu recyceln und so die Umwelt zu schützen. Das wusste ich bisher nicht und so fing ich an, mich darüber zu informieren.“

Erlöse des Recyclings gehen an Umweltschutzprojekte

Frieda fand heraus, dass Hersteller und viele gemeinnützige Organisationen die alten Smartphones annehmen und sie – soweit möglich – wieder aufbereiten, um sie weiterzuverkaufen. Ist das nicht möglich, werden sie recycelt. Das Beste daran sei jedoch, dass die Erlöse an gemeinnützige Umwelt- oder Tierschutzprojekte gehen. Frieda wollte eine konzentrierte Sammelaktion starten. Sie ließ sich von der Telekom Sammelboxen zur Verfügung stellen – eine davon findet sich zurzeit im Edeka-Einkaufsmarkt am Magdelstieg in Jena.

„Bis jetzt habe ich etwa 350 Geräte gesammelt. Meine beiden Projektmitstreiter Erik Buchmann und Clara Sobiech haben weitere Handys gesammelt.“

Die Geräte werden dann von den Schülern eingesendet. „Etwa 10 bis 15 Prozent der Handys können wiederhergestellt und weiterverkauft werden“, weiß Frieda Küchler. „Der recycelbare Anteil an Metallen ist zwar pro Gerät relativ gering und liegt im Wert unter einem Euro, doch die Masse macht’s: Allein aus den ungenutzten Handys in Deutschland ließen sich mehr als drei Tonnen Gold, 18 Tonnen Silber und 1100 Tonnen Kupfer zurückgewinnen“, ist auf einem Infoblatt der Telekom zu lesen.

Sammelaktion geht noch bis Mitte Februar

„Die Erlöse dieser Recycling-Maßnahmen gehen dann an Pro-Wildlife, eine Tier- und Naturschutzorganisation“, so Frieda. Noch laufe die Sammelaktion bis zum 15. Februar. Wer also alte Geräte in den Schubladen habe, der könne sie in der Sammelbox am Magdelstieg in Jena abgeben.