Arbeiterwohlfahrt gibt Jugendclub in Kahla auf

Kahla.  Die Awo als Träger kann den Klub in Kahla personell nicht mehr aufrecht erhalten. Jugendliche sollen aber nicht vor verschlossenen Türen stehen.

Außenansicht des Jugendclubs Screen in Kahla.

Außenansicht des Jugendclubs Screen in Kahla.

Foto: Foto: AWO Saale-Holzland

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Im Jugendclub „Screen“ in Kahla stehen Veränderungen bevor, denn die Arbeiterwohlfahrt (Awo) zieht sich nach 25 Jahren als Betreiber zurück.

„Wir wollen uns künftig auf unser Kerngeschäft konzentrieren“, sagt Ralf Batz, Geschäftsführer der Awo im Saale-Holzland-Kreis. Die Hauptaufgaben würden in den Kindertagesstätten sowie in der Seniorenarbeit liegen, außerdem konzentriere sich die Arbeiterwohlfahrt mit Sitz in Eisenberg auf ein Bauprojekt in der Kreisstadt. Abseits dessen würde der Jugendclub „Zeit und Ressourcen fressen“, für die die Kreis-Awo personell nicht aufgestellt sei.

Eine Schließung der Einrichtung müssten die Kinder und Jugendlichen in Kahla und anderen Orten der Region aber nicht befürchten. Das Landratsamt des Saale-Holzland-Kreis hat zuletzt ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren eingeleitet, um einen neuen Träger für die Jugendarbeit in der Saalestadt zu finden. „Wir werden den Jugendclub solange betreiben, bis eine Nachfolge gefunden wurde“, erklärt Batz.

Jugendhilfeausschuss entscheidet am Donnerstag

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses im Kreistag haben das Thema am Donnerstag, 23. Januar, auf ihrer Tagesordnung. Wie aus der Beschlussvorlage des Landrats hervorgeht, bekundeten zwei Träger ihr Interesse am Jugendclub, allerdings erfüllte „ein Interessent nicht die formalen Voraussetzungen des Bekundungsverfahrens“, heißt es. Schlussendlich bleibt der Verein „Bildungswerk Blitz“ übrig, der seitens des Jugendamtes eine Empfehlung erhält.

Das Bildungswerk ist erfahren in der Jugendarbeit im Landkreis, so ist der Gebietsjugendpfleger im Südlichen Saaletal über den Träger beschäftigt. Seit knapp sieben Jahren wird zudem das Projekt Demokratieladen in der Altstadt betrieben, das sich mit Workshops und anderen Angeboten zur Demokratiearbeit an Schulen der Stadt einbringt.

Anlaufstelle im Jugendförderplan verankert

Seit wenigen Jahren kooperiert das Bildungswerk zudem mit dem Jugendclub. Grundlage ist der Jugendförderplan des Saale-Holzland-Kreises, in welchem drei Planungsregionen festgelegt sind. In jeder Region ist ein sogenanntes Jugendkompetenzzentrum als Anlaufstelle verankert. Im südlichen Landkreis ist das der Kahlaer Jugendclub, in welchem bereits ein trägerübergreifendes Team aus Awo, Bildungswerk, Kreissportbund und Schulsozialarbeiter verschiedene Angebote für Schüler schafft. Dem Landkreis wäre also auch nicht daran gelegen, mit dem Weggang der Awo eine Lücke in der Jugendarbeit zu reißen.

Für die Organisation des Jugendclubs ist seitens der Awo ein Jugendsozialarbeiter verantwortlich, in dessen Urlaubs- und Krankheitstagen die Einrichtung nicht geöffnet werden kann. Angelegt als offenes Haus, können die Kinder und Jugendlichen wochentags nach der Schule nach Belieben spielen, Filme ansehen oder kleine Feiern organisieren – alles nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, um die jungen Kahlaer in ihrem Erwachsenwerden zu unterstützen und zu stärken.

Ob sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses für das Bildungswerk als neuen Träger entscheiden, wird sich am Donnerstagabend zur öffentlichen Sitzung zeigen, die 17 Uhr im Kaisersaal, im Schloss in Eisenberg, beginnt.

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