Jena. Am Tag des Volksaufstandes 1953 fotografierten mutige Teilnehmer das Geschehen. Nach ihnen wurde gefahndet.

Der Demo-Zug der Zeissianer in der Schottstraße, die erregten Diskussionen der Schottianer, 20 000 Jenaer auf dem Holzmarkt, Demonstranten am und im Untersuchungsgefängnis, vor der ABF und anderen Schauplätzen, die sowjetischen Panzer vor der SED-Kreisleitung, Demonstranten, die Panzer aufhalten, indem sie Straßenbahnwagen hin und her schieben. Das sind die Fotos, die seit 25 Jahren unser Bild vom Volksaufstand in Jena des 17. Juni 1953 maßgeblich bestimmen. Es waren jedoch keine Zeitungs-Fotografen oder Schlapphüte der Staatssicherheit, die die Ereignisse im Bild festhielten, sondern der Arbeiter, der Ingenieur. Sie erkannten die historische Bedeutung des Tages und zückten ihre Fotoapparate.