Aus der Vergangenheit gelernt: FC Carl Zeiss Jena verpflichtet vorerst keinen neuen Trainer

Jena  Wie der FC Carl Zeiss Jena aus der Vergangenheit lernt und die Verpflichtung des neuen Trainers erst einmal verschiebt.

Jenaer Fans in der Südkurve

Jenaer Fans in der Südkurve

Foto: Tino Zippel

Beim FC Carl Zeiss Jena deutet sich an, dass Interimstrainer Christian Fröhlich am Wochenende als Verantwortlicher auf der Bank sitzt. Höchstwahrscheinlich wird er den Fußball-Drittligisten am Samstag beim Auswärtsspiel in Kaiserslautern betreuen.

Für Freitag haben die Jenaer zur obligatorischen Spieltagspressekonferenz eingeladen. Als Gesprächspartner offeriert Pressesprecher Andreas Trautmann eben Fröhlich, der die Mannschaft in den vergangenen Tagen auf die Partie vorbereitet hat. Beim FCC haben sie aus der Vergangenheit gelernt. In der zweiten Bundesliga übernahm 2007 nach der Ablösung von Frank Neubarth Vereinslegende Olaf Holetschek das Training. Hinter den Kulissen zogen sich die Verhandlungen in die Länge, aber kurz vor der Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden stand die Verpflichtung von Valdas Ivanauskas fest. Er übernahm von Holetschek die Amtsgeschäfte und reiste mit nach Frankfurt.

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Was folgte, verwundert wenig: Die Jenaer verloren im WM-Stadion mit 1:5 und bescherten dem neuen Coach, der in der Halbzeitpause sein Jackett auf den Kabinenboden warf, einen missglückten Einstand. Ivanauskaus blieb nur eine kurze Episode in Jena. Drei Liga-Siege, darunter ein 3:2 in Kaiserslautern, und der Pokalerfolg gegen Nürnberg stehen auf der Haben­seiten. Fünf Niederlagen und ein schwieriger menschlicher Umgang führten zur schnellen Ablösung durch Henning Bürger.

„Wir kennen diese Anekdote. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Christian Fröhlich die Mannschaft in Kaiserslautern betreut“, sagt der heutige Geschäftsführer Chris Förster, der mit der Trainerfindungs­kommission wieder aus Belgien nach Jena zurückgekehrt ist. Der Fokus liegt voll auf Timo Rost(41), der noch die Spiel­vereinigung Bayreuth in der Regionalliga Bayern trainiert. Am Mittwoch gab es weitere Absprachen, aber die finale Einigung steht noch aus.

Wenn Rost ins Paradies kommt, kann sich die Jenaer Mannschaft auf deutlich mehr Konditionsarbeit einstellen. Schließlich bevorzugt der Fußballlehrer die Taktik des Gegen­pressings. Heißt: Nach einem Ballverlust beginnt sofort die Balljagd, um das Spielgerät möglichst schnell wiederzuerobern und so den Konter des Gegners zu verhindern. Das gelingt durch eine geschickte Positionierung bereits beim Ballbesitz, setzt aber körperliche Fitness voraus. Und diesen Ansatzpunkt hat Rost bereits im Bewerbungsgespräch genannt. Er vermittelte Optimismus, die Operation Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Gleiches war ihm zuvor bereits mit Bamberg und der zweiten Mannschaft der Spielvereinigung Greuther Fürth gelungen. Über die Station in Jena will er sich für die Arbeit in der zweiten Bundesliga empfehlen.

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