Bald muss man löhnen fürs Parken am Jenaer Fuchsturm

Jena  Nachgehakt Neues Parksystem vor Einführung. Das Naturschutzgebiet soll entlastet werden

Der Parkplatz am Steinkreuz. Er soll auch weiterhin ohne Parkgebühr benutzbar sein. Für eine Weiterfahrt zum Fuchsturm wird künftig eine pauschale Parkgebühr fällig. Dann heißt es: Chip anfordern und bei der Rückfahrt an dem Automaten bezahlen.

Der Parkplatz am Steinkreuz. Er soll auch weiterhin ohne Parkgebühr benutzbar sein. Für eine Weiterfahrt zum Fuchsturm wird künftig eine pauschale Parkgebühr fällig. Dann heißt es: Chip anfordern und bei der Rückfahrt an dem Automaten bezahlen.

Foto: Michael Groß

Nanu, was ist denn das? So oder ähnlich haben sich jetzt Autofahrer gewundert, die zum Fuchsturm fahren wollten. Denn hinter dem Parkplatz am Steinkreuz steht seit neuestem ein Verkehrsschild, das genau diese Fahrt untersagt. Es sei denn, man ist Gast des Fuchsturms. Nur für Forstfahrzeuge gibt das Schild „Freie Fahrt“.

Zwar kann man derzeit noch unbehelligt bis zum Fuchsturm durchfahren und dort parken – sogar auf dem nagelneuen und schicken Parkplatz –, doch das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Das Schild ist nämlich nur der erste Schritt hin zu einem neuen Parksystem, das ab Oktober den Besuch des Fuchsturms per Kraftfahrzeug regeln soll.

Parkgebühr wird fällig bei der Rückfahrt

So war es beim Kommunalservice Jena (KSJ) zu erfahren. Derzeit wartet man dort noch auf die Technik, die dafür benötigt wird, sagt Christopher Helbig, Abteilungsleiter Infrastruktur und Digitalisierung beim KSJ. Die Voraussetzungen seien allerdings schon geschaffen worden, unter anderem durch verlegte Stromleitungen.

Als nächster Schritt wird hinter dem Steinkreuz mitten auf der Straße ein Poller installiert, der in der Erde versinkt, wenn man auf einen Knopf drückt und einen Chip anfordert. Dann kann man bis zu dem neu geschaffenen Parkplatz kurz vorm Fuchsturm fahren, dort parken und irgendwann zurückfahren. Wieder an dem Poller vorm Steinkreuz angekommen, muss man an einem Automaten den Chip einlösen, bezahlen und kann erst dann hinausfahren. Wer in der Fuchsturm-Gaststätte einkehrt, der kann aber seine Parkgebühr durch Vorlage im Lokal reduzieren.

Über die Höhe der Parkgebühr habe man sich noch nicht endgültig verständigt, heißt es. Sie soll aber nicht zeitabhängig sein. Es gehe um eine pauschale Gebühr, mit der man beliebig lange am Fuchsturm bleiben könne. Wie viel Nachlass es für den Lokalbesuch geben soll, müssen der Gastwirt der Berg-Gaststätte und die Fuchsturm-Gesellschaft als Eigentümerin des neuen Parkplatzes nun noch klären.

Damit enden die Zeiten des kostenlosen Parkens am Fuchsturm. Nur der große Parkplatz am Steinkreuz soll gebührenfrei bleiben, so Helbig. Damit wolle man das Naturschutzgebiet rund um den Fuchsturm wirksamer schützen. Man strebe eine geordnetere Lenkung der Besucherströme an. Das bedeute konkret: Die kleine Straße zwischen Steinkreuz und Fuchsturm soll künftig erheblich entlastetet werden.

So könnten auch die Wanderer, die sich oft durch starken Autoverkehr belästigt fühlten, dort ruhiger unterwegs sein, meint Helbig. Ganz abgesehen davon, dass es oft auch zu wilden Parkereien auf den Wiesen vor dem Fuchsturm gekommen sei, was dem Naturschutzgebiet und seiner Pflanzenwelt nicht förderlich gewesen wäre.

Auch an ein Parkleitsystem ist gedacht. So soll bereits in Ziegenhain eine elektronische Anzeigetafel darüber informieren, wie viele Parkplätze am Steinkreuz und am Fuchsturm noch frei sind. Am Steinkreuz wird ebenfalls eine Anzeige installiert, die über die aktuelle Belegung des Fuchsturmparkplatzes Auskunft geben soll.

Vorausgegangen waren jahrelange Bemühungen der Fuchsturm-Gesellschaft für die Schaffung von mehr Parkplätzen für den Besuch des Fuchsturms und seiner Gaststätte. Oft sei der kleine Parkplatz im alten Burggraben völlig überfordert gewesen. Dann haben die Autos auf den Wiesen gestanden.

Um den Bau eines neuen Parkplatzes auf eigenem Gelände zu ermöglichen, hatte die Fuchsturm-Gesellschaft sogar einen Flächentausch mit der Stadt durchgeführt. Man hofft bei der Berggesellschaft, dass von dem künftigen Parksystem sowohl das Naturschutzgebiet als auch die beliebte Berggaststätte profitieren werden. Man geht derzeit auch davon aus, dass während größerer Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Rapunzelfest, der Poller generell unten bleiben soll, so dass Gebühren entfallen.

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