Basketballer von Science City bezwingen Karlsruhe auf den letzten Metern

Jena  Aufgrund einer Energieleistung bleibt Science City Jena in der 2. Basketball-Bundesliga ungeschlagen. Das Team von Trainer Frank Menz bezwang die PS Karlsruhe Lions vor 1706 Zuschauern mit 76:74.

Hier am Ball ist Dennis Nawrocki (weißes Trikot/Jena) gegen Maurice Pluskota (Karlsruhe).

Hier am Ball ist Dennis Nawrocki (weißes Trikot/Jena) gegen Maurice Pluskota (Karlsruhe).

Foto: Christoph Worsch

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Nach 40 wechselhaften Minuten drehten die Jenaer das Duell trotz Vier-Punkte-Rückstandes 107 Sekunden vor Ende noch in die gewünschte Richtung. Während Science City Jena nach dem vierten Sieg im vierten Spiel die makellose Saisonbilanz verteidigt, steht bereits am kommenden Samstag das Gastspiel bei den Kirchheim Knights bevor.

Während Science City im gestrigen Heimspiel auf Jan Heber verzichten musste, startete das Menz-Team von Beginn an hochkonzentriert. Bereits nach drei Minuten Spielzeit musste Gästecoach Ivan Rudez nach einem 2:9-Rückstand die taktische Notbremse ziehen. Die Auszeit der Lions verpuffte jedoch wirkungslos, da sich die Thüringer auch in den folgenden Minuten nicht aus ihrem Rhythmus bringen ließen. Spielbestimmend knüpften die Saalestädter an ihre dominante Startphase an und erhöhten nach einem Distanzwurf von Dennis Nawrocki zum zwischenzeitlichen 22:10 (5.). Ein Korbleger von Justin Leon brachte noch vor der Viertelpause das 28:13.

Erst im Verlauf des zweiten Spielabschnitts gelang es den Lions besser ins Spiel zu finden und die vorhandenen Qualitäten konsequenter auszuspielen. Angeführt vom Karlsruher Center Maurice Pluskota war der Jenaer Vorsprung bis zur 17. Minute auf 31:26 geschmolzen. Während sich bis zum Kabinengang ein offenes Rennen abzeichnete, hatte Quinton Stroman mit seinem Dreier zum 39:31-Halbzeitstand 1,2 Sekunden vor der Pausensirene das letzte Wort.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte setzten die Lions ihre Aufholjagd fort. In der 24. Minute gelang es den Baden-Württembergern schließlich durch einen Korbleger von Pluskota auf 41:41 auszugleichen. Nachdem Science City im Gegenzug erfolgreich konterte, mit zwei Distanzwürfen von Dennis Nawrocki und Matt Vest den Vorsprung auf 47:41 (25.) erhöht hatte, fand Karlsruhe Mittel und Wege, die Partie bis zur 28. Minute auf den Kopf zu stellen. Erneut war es Stroman, der zunächst auf 50:50 egalisierte, bevor er zwei Freiwürfe zur erstmaligen Führung der Lions versenkte. Während Dennis Nawrocki 38 Sekunden vor der letzten Pause auf 52:52 ausgleichen konnte, antwortete Karlsruhes Center Josh Nzeakor auf 52:54.

Nachdem sich beide Kontrahenten eine Partie mit offenem Visier lieferten, schien Science City in Folge eines 57:66-Rückstands langsam die Luft auszugehen. Doch die Thüringer bäumten sich noch einmal auf und stemmten sich mit all ihrer verbleibenden Energie und Leidenschaft gegen die drohende Heimniederlage. Angeführt von Julius Wolf, der ein hohes Maß an Verantwortung übernahm, gelang es den Saalestädtern, sich in die Begegnung zurück zu kämpfen.

Saßen die Fans und Zuschauer zu diesem Zeitpunkt noch, verwandelte sich die Arena spätestens nach dem dritten erfolgreichen Dreier von Julius Wolf zum 70:70-Ausgleich (38. Minute) in eine kollektive Jubeltraube. Jenas Basketballer hatten sich spät, aber nicht zu spät in der Begegnung zurückgemeldet und die Lions zur finalen Auszeit gezwungen.

Unterdessen ließ der nächste Nackenschlag nicht lang auf sich warten. Mit einer erzwungenen Aktion von Filmore Beck war es dem erfahrenen Gäste-Flügel gelungen, Lorenz Bank, Jenas 18-jährigen Nachwuchstalent, ein unsportliches Foul anzuhängen. Die beiden Freiwürfe vorn Beck in Kombination mit zwei weiteren, sich anschließenden Schüssen von der Linie durch Gäste-Aufbauspieler Daniel Norl schienen 107 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 70:74 den Ausgang dieser Partie zu besiegeln.

Gemäß des Zitats von Ex-Nationalmannschaftstorhüter Jens Lehmann: „Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers“, ergab sich Science City jedoch nicht seinem Schicksal, sondern schluckte auch diese Pille. Die Leidensfähigkeit des Jenaer Teams wurde schlussendlich durch Julius Wolf belohnt, der das Ergebnispendel mit sechs aufeinanderfolgenden Punkten zu Gunsten der Jenaer ausschlagen ließ. Mit hoher Intensität hatte der Flügelspieler seine letzten Korb zum 76:74 verwandelt und sein Team auf die Siegerstraße abbiegen lassen. Nachdem der letzten Angriff mit einem Schrittfehler von Lions-Center Maurice Pluskota versandete, verwandelte sich die Sparkassen-Arena erneut in eine Oase der Glückseligkeit.

So konnte am Ende auch Jenas Bundesliga-Nesthäkchen Lorenz Bank eine erfolgreiche ProA-Premiere feiern. Der neben Vuk Radojicic jüngste Spieler im Kader der Saalestädter erhielt über die komplette Crunchtime das Vertrauen von Coach Frank Menz und erlebte innerhalb seiner sechs Minuten die gesamte Bandbreite an Erfahrungen, die ein 18-jähriger Nachwuchsakteur benötigt, um sich entwickeln zu können.

  • Science City Jena: Nawrocki 23, Wolf 22, Vest 7, Herrera 6, Mackeldanz 6, Loesing 4, Leon 4, Ferner 3, Bank 1, Radojicic, Jostmann – Reyes-Napoles (DNP)
  • PS Karlsruhe Lions: Pluskota 27, Stroman 14, Norl 8, Gordon 7, Parker 6, Dunbar 4, Nzeakor 3, Beck 3, Sperber 2 - Savic, Okundaye (DNP)
  • Ergebnis nach dem 1. Viertel: 28:13; 2. Viertel: 39:31; 3. Viertel: 52:54; 4. Viertel:76:74 .
  • Frank Menz (Trainer Science City Jena): „Das war heute Abend ein gutes Spiel für die Zuschauer. Es war hochgradig spannend, auch wenn die Mannschaft und ich uns das ein bisschen stressfreier wünschen würden. Wir freuen uns über den vierten Sieg gegen einen sehr gut gecoachte Karlsruher.“

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