Bauern fordern Transparenz bei der Flächenverpachtung in Jena

Thorsten Büker
| Lesedauer: 2 Minuten
Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) haben am Freitag eine transparente, faire und gemeinwohlorientierte Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen im Eigentum von Städten und Kommunen gefordert.  Maria Wahle (2.v.r.) und Janin Becke (3.v.r.) sowie Paul Möller (l.) vom Biohof Gönnamühle übergaben dabei Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD) die von der AbL erarbeiteten Verpachtungskriterien.

Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) haben am Freitag eine transparente, faire und gemeinwohlorientierte Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen im Eigentum von Städten und Kommunen gefordert.  Maria Wahle (2.v.r.) und Janin Becke (3.v.r.) sowie Paul Möller (l.) vom Biohof Gönnamühle übergaben dabei Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD) die von der AbL erarbeiteten Verpachtungskriterien.

Foto: Thorsten Büker

Jena.  Appell: Stadt soll Biobetrieben oder Existenzgründern den Vorzug geben. Kriterienkatalog überreicht

Mit einer kleinen Kundgebung am Sitz des Stadtentwicklungsdezernates hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) für neue Kriterien bei der Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen durch die öffentliche Hand demonstriert.

Landwirte, die nachhaltig oder als Biobetriebe produzieren, sollten bei Neuverpachtungen bevorzugt berücksichtigt werden. Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD) nahm die erarbeiteten Verpachtungskriterien entgegen, für die AbL vor Ort waren Maria Wahle und Janin Becke sowie der Landwirt Paul Möller. Er betreibt gemeinsam mit seinem Vater Olaf Möller den Biohof Gönnamühle im Saale-Holzland-Kreis, fuhr mit seinem Traktor nach Jena und sprach sich dafür aus, dass bei der Vergabe von landwirtschaftlichen Flächen regionale, kleine Betriebe mehr berücksichtigt werden müssten.

So heißt es in dem von der AbL verfassten Papier unter anderem: „Mit der Auswahl, an wen das Land verpachtet wird, fällt auch die Entscheidung darüber, ob unterschiedliche und vielfältige Betriebe erhalten oder ob großstrukturierte und intensiv bewirtschaftete Betriebe gefördert werden. Verschiedenartige Betriebe bringen wiederum vielfältige, positive Effekte für Umwelt, Klima und Tierwohl mit sich.“

Transparentes Punktesystem zur Orientierung

Christian Gerlitz betonte, dass der Eigenbetrieb Kommunale Immobilien die landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Jena verwalte und verpachte. Denkbar sei es, bei der Vergabe jene Kriterien zu berücksichtigen, die von der AbL vorgelegt wurden. Er erinnerte daran, dass bereits bei der Vergabe von Bauland Kriterien aufgestellt wurden, wonach zum Beispiel Familien zu bevorzugen sind. Der Bürgermeister sagte zu, den Kriterienkatalog innerhalb der Verwaltung zu diskutieren.

Die Arbeitsgemeinschaft schlägt ein transparentes Punktesystem für ganz Deutschland vor, an denen sich die Verwaltungen orientieren könnten. Biobetriebe oder Existenzgründer sollten dabei höhere Punktwerte erhalten als Unternehmen der Agrarindustrie, die auf großen Feldern monokulturell wirtschaften. In Thüringen fanden am Freitag insgesamt sieben solcher Kundgebungen statt.