Blinkerdenkmal Jena: Helm mit Blinklampe ohne Eichenlaub

Jena  Knappe Mehrheit für einen Kompromiss zur Neugestaltung des Blinkerdenkmals

So könnte das Blinkerdenkmal aussehen, wenn die jetzt beschlossene Neugestaltung umgesetzt wird. Zu beachten ist oben die Signallampe.  

So könnte das Blinkerdenkmal aussehen, wenn die jetzt beschlossene Neugestaltung umgesetzt wird. Zu beachten ist oben die Signallampe.  

Foto: Bastian Stein

Am Ende wurde es doch noch knapp: Mit 6 Ja-Stimmen gegen vier Nein-Stimmen entschied sich der Kulturausschuss des Stadtrates am Dienstagabend für eine Neugestaltung des Blinkerdenkmals auf dem Landgrafen.

Damit könnte das im Jahre 1921 zwischen 1806-Schlachtfeldern und Landgrafen-Gaststätte nach Plänen des berühmten Jenaer Architektenbüros Schreiter & Schlag erbaute Denkmal für die im 1. Weltkrieg in Jena stationierten Nachrichtensoldaten (Blinker) im kommenden Jahr saniert werden.

Die Neugestaltung wird aber nun nicht so umfassend, wie es auf Anregung der Kameradschaft der Jenaer Reservisten eigentlich geschehen sollte. Die Kameraden hatten nämlich vorgeschlagen, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten 1946 angeordnete Entmilitarisierung zu beseitigen. Also Wiederherstellung des Denkmals mit Stahlhelm, Eichenlaub und Eisernem Kreuz.

Doch dagegen gab es im Kulturausschuss sowie am Tag der Stadtgeschichte am 10. November im Rathaus kritische Einwände. „Wir haben diese Bedenken aufgenommen und nun eine veränderten Vorschlag erarbeitet. Er ist ein Kompromiss, der nun erfreulicherweise eine Mehrheit gefunden hat“, sagt Bastian Stein von der Reservisten-Kameradschaft, der auch für die CDU im Jenaer Stadtrat sitzt. „Die Debatte war wirklich lang, aber wir haben dabei viel über Kunstgeschichte und Kunsttheorie gelernt und haben umgekehrt vieles über Militärgeschichte erzählen können. Ich glaube, dieser Austausch war mindestens so fruchtbar wie das Ergebnis selbst“, sagt Stein.

So verweist er darauf, dass man nun auf die Wiederherstellung des Eisernen Kreuzes und des Eichenlaubes verzichtet habe. Und der Schriftzug auf dem Denkmal soll lauten: 1914 Den Gefallenen 1918. Damit werde, so Stein, noch einmal hervorgehoben, dass es ein Denkmal für alle Gefallenen sein soll. Im alten Text hatte es „unseren Gefallenen“ geheißen.

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal als einzigartiges Jenaer Denkmal wird das Blinkerdenkmal erhalten durch den Aufsatz einer so genannten „L Blink 17“ auf den Helm des Denkmals. Dieses Signalgerät war ausschließlich bei den Blinkern in Jena im Einsatz. Diese Nachrichtensoldaten waren im Ersten Weltkrieg 1915 und 1916 in Jena stationiert und nutzten den Landgrafen ebenso wie die Sonnenberge, Bismarck- und Forstturm, Fuchsturm, Jenzig, Wilhelmshöhe, Kernberge und Leuchtenburg als Ausbildungs-Standorte. Es sei eine Einheit gewesen, die mit ihrer Technik der optischen Telegrafie, also dem Übermitteln von Nachrichten per Blinkzeichen, damals im engen Zusammenhang mit Carl Zeiss Jena gestanden habe, heißt es bei den Reservisten.

Man habe sich übrigens auch gefreut, so Bastian Stein, dass auch Jenas Stadthistoriker Rüdiger Stutz, der sich zum Tag der Stadtgeschichte noch ebenso wie die Kunsthistorikerin Verena Krieger und der Historiker Axel Doßmann eher skeptisch zu einer Wiederherstellung des Blinkerdenkmals geäußert hatte, den jetzt erreichten Kompromiss befürwortet haben.

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