Science City Jena

Bruder-Frust und -Freud: Science City gewinnt gegen Tübingen

Jena.  Das familieninterne Duell gewinnt Julius Wolf mit Jena gegen seinen für Tübingen spielenden Bruder Enosch

Enosch Wolf (vorn links) und Bruder Julius (rechts daneben) mit ihrer Familien nach dem Spiel

Enosch Wolf (vorn links) und Bruder Julius (rechts daneben) mit ihrer Familien nach dem Spiel

Foto: Christoph Worsch

Enosch Wolf war nach dem 86:78-Erfolg von Science City Jena gegen die Tigers Tübingen am Samstag-Abend der erste Gratulant bei Bruder Julius. Der Center der Gäste hatte auch das dritte direkte Duell der Geschwister verloren und war nach der Begegnung, nachdem er fair gratuliert hatte, sichtlich angefressen.

„Vorsicht, Foul!“, sagte er im Kreise der Familie, die extra nach Jena zum Spiel gekommen war, bei winzigen Berührungen immer wieder. Schließlich verpasste er wegen seiner Fouls große Teile der Begegnung. Schon im ersten Viertel kassierte der drei Jahre ältere der Wolf-Brüder in den Anfangsminuten zwei, weshalb Tübingen-Coach Douglas Spradley ihn früh vom Parkett nahm, in zur Sicherheit erst im dritten Viertel wieder brachte.

So war das mit Spannung erwarte Wolf-Duell in diesem Sinne gar kein richtiges, weil Julius, der erst gegen Ende des ersten Viertels das erste Mal eingriff, und Enosch in den ersten 20 Minuten gar nicht gemeinsam auf dem Hallenboden standen. Sehenswerten Basketball sahen die 2000 Zuschauer dennoch und besonders im ersten Abschnitt hoch engagierte Thüringer, die nach zehn Minuten 20:14 führten.

„Wir haben gut ins Spiel gefunden und über 40 Minuten den Basketball gespielt, von dem wir zu Saisonbeginn geredet haben“, sagte Jenas Mannschaftskapitän Dennis Nawrocki. Mit 20 Punkten war er der treffsicherste Werfer seines Teams, in dem noch Brad Loesing, Alexander Herrera (je 16) und Justin Leon (12) zweistellig trafen.

Dennoch steckten die Gäste aus Baden-Württemberg nie auf, zur Pause hieß es 40:37 für Jena, beim 71:71 im letzten Viertel hatten sie zum ersten Mal seit der Anfangsphase wieder ausgeglichen. Enosch Wolf durfte zu diesem Zeitpunkt nur noch zuschauen, weil er nach den Fouls eins und zwei auch noch drei, vier und fünf kassiert hatte. Keine Frage, dass sein Frust groß war und er nach der Begegnung nichts weiter sagen wollte.

Bruder Julius war dagegen zufrieden: „Wir hatten ihn gut im Griff. Am Ende hat er sich selber rausgenommen.“ Und weil in der Phase, als Tübingen die Partie fast gedreht hätte, Nawrocki seinen Farben mit fünf Punkten am Stück wieder eine solide Führung bescherte (78:72), konnte Julius auch den Sieg gegen seinen Bruder feiern, nachdem er 2014 schon zweimal mit Jena gegen den damals für Kirchheim spielenden Enosch gewonnen hatte.

„Schade, dass wir wegen unserer Positionen im Spiel nicht so oft aufeinander getroffen sind“, sagte Julius. Ein direktes Duell gab es in den 40 Minuten in der Tat nie. Dass Enosch mit elf Zählern drei Punkte mehr als der 26-Jährige gesammelt hatte, befeuert die Frage, wer der beste Wolf ist, dagegen weiter. „Solange wir gewinnen, kann er ruhig mehr Punkte machen“, sagte Julius.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.