Camburg bekommt ein dichtes Dach

Dornburg-Camburg.  Auf festen Füßen steht die Burg Camburg wieder, seit Bauleute ihr Fundament im vergangenen Jahr verstärkt haben. Jetzt geht die Sicherung des markanten Bauwerkes oben herum weiter.

Mario Günther, Jan Laube, Heiko Wipprecht, Silvio Karnitz und Polier Sandro Schomberg von der Firma Pfeiffer haben derzeit einen luftigen Arbeitsplatz. Sie sind der  Burg von Camburg aufs Dach gestiegen, um dieses wieder dicht zu kriegen.

Mario Günther, Jan Laube, Heiko Wipprecht, Silvio Karnitz und Polier Sandro Schomberg von der Firma Pfeiffer haben derzeit einen luftigen Arbeitsplatz. Sie sind der  Burg von Camburg aufs Dach gestiegen, um dieses wieder dicht zu kriegen.

Foto: Angelika Schimmel

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Die Männer um Sandro Schomberg haben in diesen Tagen garantiert den Arbeitsplatz mit der besten Aussicht weit und breit. Doch zu beneiden sind sie nicht, denn auf dem Dach der Burg Camburg weht ein eisiger Wind. Da sind Nasen, Füße und Hände schnell klamm gefroren – trotz dicker Jacken und Handschuhe.

„Wenn es sehr kalt wird, dann steigen wir runter, wärmen uns auf in den beheizten Räumen in der Burg, und dann geht es wieder hinauf. Das ist nun mal unser Job“, sagt Mario Günther. Er ist einer der beiden Maurer in der Truppe des Bauunternehmens Pfeiffer aus Berlstedt, die seit gut vier Wochen der Burg aufs Dach steigen. Zwar ist das noch keine hundert Jahre alt, denn die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg war im Bruderkrieg (1446-51) abgebrannt. Nur der Turm blieb unbeschadet. Erst Mitte der 1930er Jahre wurden die beiden rechtwinklig zueinander stehenden Flügel als Wirtschaftsgebäude errichtet. Doch ob nun die Hitlerjugend, nach 1945 die FDJ, ob Optik-Studenten oder ab 1998 feiernde Camburger die Burg bevölkerten, immer wurde nur repariert, wenn es dringend nötig war. Zuletzt hatte der Sturm Friederike Anfang 2018 zahlreiche Ziegel abgedeckt. Der mit dem Sturm daherkommende Regen hatte ein Übriges getan.

„Die Dachsanierung war längst überfällig, doch noch dringender war es, die Burg wieder auf feste Füße zu stellen“, berichtete Bürgermeisterin Dorothea Storch. Denn Risse am Nordflügel hatten seit längerem unmissverständlich gezeigt, dass hier etwas ins Rutschen gekommen war. Deshalb bemühte sich die Kommune, die die Burg 1998 erworben hatte, um staatliche Fördermittel zur Sicherung des markanten Gebäudes. 300.000 Euro wurden der Stadt zugesprochen. „In einem ersten Abschnitt wurde im vergangenen Jahr das Fundament der Burg mit einem aufwendigen Injektionsverfahren ringsherum verstärkt. In diesem Jahr nun konnten wir Teil zwei der Maßnahme angehen, die Dachsanierung“, ergänzte sie. Den Auftrag dafür hatte die Firma Pfeiffer bekommen.

„Wir haben in Camburg ja schon an mehreren historischen Gebäuden gearbeitet, am Museum, am Alten Rathaus oder auch dem ältesten Gebäude der Stadt überhaupt, dem in der Rathausstraße 4“, sagte Sandro Schomberg. „Verglichen mit denen sieht es hier an der Burg ja noch gut aus.“ Es habe, anders als vermutet, keine gravierenden Schäden am Balkenwerk gegeben, nur kleine Reparaturen hätten hier und da erledigt werden müssen. Komplett abgerissen wurden dagegen die alten Dachlatten und auch Schornsteine. Nur einer blieb, an dem hängt die Heizung.

Der Nordflügel der Burg ist auf der Stadtseite bereits neu eingedeckt, auf der Hofseite sind die Männer von Pfeiffer derzeit dabei, die Dächer mit hellroten Biberschwänzen zu decken. Jeder dritte Ziegel wird mit Sturmklammern befestigt. „Die Fachleute haben ausgerechnet, dass wir das nicht bräuchten, auf der Hofseite ist es nicht so windig“, erklärt Schomberg. Doch die Männer wollen auf Nummer sicher gehen: „Man sieht doch, dass es immer mehr und heftigere Stürme gibt.“

Bis Weihnachten, so schätzt der Polier, werde die Hofseite eingedeckt sein. „Dann machen wir zwei Wochen Pause, und im nächsten Jahr kommen wir wieder, um uns die Westseite vorzunehmen“. Auch das in einem Nebengebäude untergebrachte Standesamt bekommt ein neues Dach. Zudem müssen dann noch alle Dachrinnen, Fallrohre und die Blitzschutzanlage gebaut werden. „Bei einem so großen Gebäude ist das schon eine Menge Arbeit“. Während seine Kollegen sich Ziegel um Ziegel auf dem Burgdach voran arbeiten, steht Silvio Karnitz eine Gerüstetage tiefer vor dem Fachwerk des Dachgeschosses. „Wir haben den alten Putz abgeschlagen, das Fachwerk gereinigt und an einigen Stellen repariert, jetzt bekommt es drei Farbschutzschichten verpasst“, erklärt der junge Mann, der von Beruf Stuckateur ist. Um das Mauerwerk frisch zu verputzen, muss er jedoch auf wärmere Temperaturen warten.

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