Corona-Krise: Jena schließt alle Gaststätten und Bars

Jena.  Stadt bestätigt sechs neue Corona-Fälle. Dramatischer Schritt soll Ausbreitung verlangsamen. Auch Fitnesscenter betroffen.

Gäste prosten sich in einer Bar zu. In der kommenden Woche müssen die gastronomischen Betriebe in der Stadt wegen des Coronavirus geschlossen bleiben.

Gäste prosten sich in einer Bar zu. In der kommenden Woche müssen die gastronomischen Betriebe in der Stadt wegen des Coronavirus geschlossen bleiben.

Foto: Paul Zinken

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Die Stadt Jena fährt das öffentliche Leben weiter runter. Von Dienstag an müssen Restaurants, Bars und Cafés schließen. Betroffen von dieser neuen Allgemeinverfügung sind auch Sport- und Fitnesseinrichtungen. Das teilte die Stadtverwaltung am späten Nachmittag mit. Für den Einzelhandel und den Lieferservice gelte die Verfügung nicht, sagt Stadtsprecher Kristian Philler.

Jena ist die erste Stadt in Thüringen, die diesen drastischen Schritt geht. Am Freitag war bekannt geworden, dass sich zwei Menschen mit dem Corona-Virus infiziert haben. Seit Samstag ist klar: Es gibt neue Fälle. Sechs Jenaer Bürgerinnen und Bürger seien positiv auf das Coronavirus getestet worden. Fünf Personen befanden sich nach Angaben der Stadt auf einer Urlaubsreise in Tirol. „Sie haben sich direkt ins Uniklinikum begeben. Es gab keine weiteren Kontaktpersonen in Jena. Die sechste positiv getestete Person ist eine Frau, die aus der Schweiz nach Jena zurückkam. Auch sie hatte keine weiteren Kontakte und befindet sich jetzt in Quarantäne."

Zeitgewinn bedeutet in diesem Zusammenhang, Menschenleben zu retten

„Jede Maßnahme, auch wenn sie zunächst drastisch erscheint, wird dabei helfen, der schnellen Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken. Zeitgewinn bedeutet in diesem Zusammenhang, Menschenleben zu retten. Zugleich muss die Uniklinik nach allen Kräften dafür sorgen, ihre Kapazitäten für Intensivbetten und Beatmungsgeräte auszubauen“, sagt Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe (CDU). Die Berichte der Ärzte aus Italien und die wissenschaftliche Einschätzung der Virologen über den Verlauf der Pandemie gäben Aufschluss über das, was nun zu tun ist. Wer stattdessen zögerlich und zaghaft agiere, werde seiner hohen Verantwortung nicht gerecht.

„Die Tragweite dieser Entscheidung ist uns sehr wohl bewusst. Umso wichtiger ist es mir zu unterstreichen, dass alle erforderlichen und von unserer kommunalen Gesundheitsbehörde empfohlenen Maßnahmen von der gesamten Stabsleitung mit dem Oberbürgermeister und aller Dezernenten einhellig getragen werden“, sagt Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD).

Kindernotbetreuung für ausgewählte Personen

Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse hat am Samstag getagt und sich zu diesen weiteren Schritten entschlossen. Auf Grundlage einer Allgemeinverfügung werden die vom Freistaat angewiesenen Schul- und Kitaschließungen in Jena umgesetzt. Die Einrichtungen sind ab Dienstag, 17. März, geschlossen. Bereits ab Montag findet kein regulärer Schulbetrieb statt. Kinder mit Krankheitssymptomen oder von denen bekannt ist, dass sie sich innerhalb der vergangenen zwei Wochen in Risikogebieten aufgehalten haben, wird der Zutritt zur Einrichtung untersagt.

Eine Notbetreuung in kleinen Gruppen wird ausschließlich für Kindergartenkinder von Erziehungsberechtigten bereitgestellt, die in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind.

Der Stab weist ferner auf die Einhaltung der Allgemeinverfügung für die Rückkehrer aus Risikogebieten hin. Diese hätten sich unverzüglich in häusliche Quarantäne zu begeben. Zudem besteht Meldepflicht beim Fachdienst Gesundheit.

Detaillierte Informationen sind ab Montag, 18.00 Uhr, unter www.jena.de/corona zu finden.

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