Corona-Pause in dritter Liga: FC Carl Zeiss Jena prüft Kurzarbeit

Jena.  Der Deutsche Fußball-Bund verschiebt die nächsten beiden Spieltage der dritten Liga. Der FC Carl Zeiss Jena lehnt Geisterspiele ab, weil sie ein Loch in den Etat reißen.

Der Spielbetrieb in der dritten Liga ruht am Wochenende: Das Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena gegen den Chemnitzer FC findet später statt.

Der Spielbetrieb in der dritten Liga ruht am Wochenende: Das Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena gegen den Chemnitzer FC findet später statt.

Foto: Tino Zippel

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Die Spieler des FC Carl Zeiss Jena müssen eine Zwangspause einlegen. Im Abstiegskampf der dritten Liga fallen die nächsten beiden Partien gegen den Chemnitzer FC und den MSV Duisburg aus. Diese waren für Sonntag und Mittwoch angesetzt. Da nicht absehbar ist, wie der Spielbetrieb in der dritten Liga fortgesetzt wird, prüft der Drittligist den Antrag auf Kurzarbeit.

FC Carl Zeiss Jena spricht sich gegen Geisterspiele aus

Der Deutsche Fußball-Bund hatte die Vereine gefragt, wie sie angesichts der Corona-Krise an den kommenden beiden Spieltagen vorgehen wollen. Die Mehrheit der Vereine sprach sich dafür aus, die Spieltage komplett zu verlegen. So auch der FC Carl Zeiss Jena, der das Ostderby gegen den Chemnitzer FC nicht vor leeren Rängen austragen wollte.

„Ein Geisterspiel ist für mich keine Option, weil die Emotionen von den Rängen den Sport ausmachen“, sagt Geschäftsführer Chris Förster. Zudem schlage ein Ausfall wirtschaftlich stark ins Kontor. An einem durchschnittlichen Spieltag setzt der Drittligist 100.000 Euro um. „Auch bei einem Ausschluss der Zuschauer entstehen erhebliche Kosten, die wir begleichen müssen“, sagt der Geschäftsführer.

Drittligisten beraten am Montag in Frankfurt

Am kommenden Montag treffen sich die Vereine der dritten Liga in Frankfurt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. In Jena gilt bis vorerst 19. April ein Veranstaltungs­verbot ab 500 Teilnehmer. Drei weitere Heimspiele stehen damit auf der Kippe. „Ich gehe davon aus, dass weitere Spieltage zunächst komplett abgesagt werden müssen. Zum Schluss steht die Gesundheit über allem“, sagt Förster.

Wie die Einnahmeausfälle derzeit wirtschaftlich abzufedern seien, ergründe er gerade. Als eine Option nannte er Kurzarbeit – die Bundesregierung hat vereinfachte Regelungen beschlossen, um diese zu beantragen. „Wir prüfen das“, sagt Förster. Ähnliche Überlegungen hatte der Präsident von Zweitligist Erzgebirge Aue, Helge Leonhardt, geäußert. Er brachte sogar einen Abbruch der Saison in den oberen Ligen ins Gespräch.

Mannschaft nochmals sensibilisiert

Derweil hat der FC Carl Zeiss Jena die Spieler nochmals für das Thema Corona sensibilisiert. Sie sollen auf Handgrüße verzichten und sich bei kleinsten Anzeichen einer Infektion beim Mannschaftsarzt melden. Angesichts des spielfreien Wochenendes gibt Teamchef René Klingbeil den Fußballern frei - zumal zahlreiche Englische Wochen zum Ende der Saison zu erwarten sind. Noch hat der DFB nicht festgelegt, wann die beiden Spieltage nachgeholt werden. „Die bereits erworbenen Eintrittskarten behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit“, sagt Geschäftsführer Förster.

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