Coronavirus: 15 Menschen in Jena in häuslicher Quarantäne

Jena.  Die Stadt Jena hat am Mittwoch eine Hotline geschaltet. Niemand glaubt daran, dass das Virus um Jena einen Bogen macht.

Die Stadt Jena hat am Mittwoch darüber informiert, wie sie sich für den Coronavirus wappnet. Unter anderem wurde eine Hotline geschaltet. Die Stadtspitze und die Amtsärztin sagen, dass Jena für den Tag X gewappnet sei: Benjamin Koppe, Thomas Nitzsche, Enikö Bán und Eberhard Hertzsch (von links).

Die Stadt Jena hat am Mittwoch darüber informiert, wie sie sich für den Coronavirus wappnet. Unter anderem wurde eine Hotline geschaltet. Die Stadtspitze und die Amtsärztin sagen, dass Jena für den Tag X gewappnet sei: Benjamin Koppe, Thomas Nitzsche, Enikö Bán und Eberhard Hertzsch (von links).

Foto: Thorsten Büker

Auch wenn in Jena noch kein Mensch am Coronavirus erkrankt ist, rüstet sich die Stadtverwaltung für den Tag X: So wurde am Mittwoch unter anderem eine Hotline freigeschaltet. Bürgerinnen und Bürger, die Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Halsschmerzen aufweisen, können hier einen Termin zur Fiebersprechstunde vereinbaren. OB Thomas Nitzsche (FDP) sagte, dass man die Gefahren zwar ernst nehme, gleichzeitig aber ruhig und besonnen agieren werde.

Fiebersprechstunde

Unter 03641/49 3333 ist seit Mittwoch eine Hotline der Stadt Jena geschaltet. An diese können sich Personen wenden, die Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen aufweisen und deshalb einen Termin zur Fiebersprechstunde vereinbaren wollen. Die Hotline ist Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr und am Wochenende von 9 bis 15 Uhr erreichbar. Die Fiebersprechstunde, die von der Kassenärztlichen Vereinigung in Kooperation mit der Stadt organisiert wird, führt auch Tests auf das Coronavirus durch. Die Verwaltung betonte, dass nur nach einer Terminvereinbarung Menschen in die Fiebersprechstunde vorgelassen werden würden. Weiterhin seien die Hausärzte und der Kassenärztliche Notdienst unter der Nummer 116 117 die ersten Ansprechpartner bei Verdachtssymptomen. Nur bei schweren Fällen sollte nach vorheriger Kontaktaufnahme die Notaufnahme des Universitätsklinikums aufgesucht werden.

10 Verdachtsfälle bislang

Bislang habe es in Jena 10 Verdachtsfälle gegeben, sagte die designierte Amtsärztin Enikö Bán, die in wenigen Wochen die Nachfolge von Antje Weise antreten wird. Allerdings befänden sich aktuell 15 Personen in häuslicher Quarantäne. Nach Báns Worten sei diese nach den Kriterien des Robert-Koch-Institutes verhängt worden: Betroffene waren in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet oder hatten Kontakt zu einem Erkrankten.

Absagen von Veranstaltungen derzeit keine Option

Bisher hat sich keine Beeinträchtigung für Kindergärten und Schulen ergeben. Auch die Stadtverwaltung ist zu den gewohnten Öffnungszeiten erreichbar. Derzeit wird auch nicht erwogen, größere Veranstaltungen wie Fußballspiele abzusagen. Der zuständige Dezernent Benjamin Koppe (CDU) sagte, dass eine Liste mit zum Beispiel Kultur- und Sportveranstaltungen erstellt worden sei. Absagen seien erst dann eine Option, wenn es einen bestätigten Coronafall gebe.

Feuerwehr und Ärzte müssen geschützt werden

In der vergangenen Woche hatte die Stadt Jena ihren Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) einberufen. Die Stabsleitung trifft sich täglich zur Lagebesprechung. Damit ist sichergestellt, dass auf aktuelle Entwicklungen angemessen reagiert wird. Der Leiter des Stabes, Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe, steht in ständiger Abstimmung mit dem Fachdienst Gesundheit, dem Universitätsklinikum und der Polizei Jena. Wie Thomas Nitzsche sagte, gehe es dabei auch um den besonderen Schutz für das „system-sensitive Personal“. Leitstelle, Feuerwehr und zum Beispiel auch Ärzte müssten besonders geschützt werden. So habe man für die Feuerwehr weitere FFP3-Masken bestellt, die unter anderem vor Viren, Bakterien und Pilzsporen schützen sollen. Mitglieder des Stabes sind Vertreter der Stadtverwaltung, der Feuerwehr, des Fachdienstes Gesundheit und des Universitätsklinikums.

Sicherheit in 24 Stunden

In der Fiebersprechstunde werden auch Tests auf das Coronavirus durchgeführt. Die Abstriche würden am UKJ, in privaten Laboren oder zum Beispiel beim Amt für Verbraucherschutz untersucht. Testergebnisse können nach Angaben der Amtsärztin Enikö Bán in vier Stunden vorliegen. Für eine hundertprozentige Sicherheit müsse man allerdings weitere 24 Stunden abwarten.

Einfache Hygieneregeln bieten den besten Schutz

OB Nitzsche erinnerte daran, dass die einfachsten Hygieneregeln den besten Schutz bieten würden: Abstand halten, nicht die Hand geben, in die Armbeuge niesen, 20 bis 30 Sekunden Hände waschen. Einig sind sich die Akteure in einem Punkt: Es ist unwahrscheinlich, dass das Virus um Jena einen Bogen macht.

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