Das POM family in Jena ist pleite

Jena.  Die Fitnessstudios in Jena sind derzeit aufgrund der Corona-Auflagen geschlossen. Das POM family wird es auch nach der Krise bleiben.

Das Fitnesscenter POM family unterhalb des Jenzigs ist insolvent, hier das dazugehörige Saunagebäude.

Das Fitnesscenter POM family unterhalb des Jenzigs ist insolvent, hier das dazugehörige Saunagebäude.

Foto: Foto: Michael Groß

Am Jenzigweg ist es derzeit sehr ruhig. Kein Unterricht an der Gemeinschaftsschule Wenigenjena und keine Veranstaltungen in der Dreifelderhalle des DRK. Und auch keine Lebenszeichen im Fitnesscenter POM family. Soweit normal in Zeiten von Corona. Doch die Schließung des POM hat einen anderen Hintergrund. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

Das Unternehmen ist pleite, und zwar schon vor Corona. Für die POM family GmbH ist per 25. März 2020 beim Amtsgericht Jena unter der Registernummer HRB 510563 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet worden. Das bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion auch Jan Schuster, der sowohl Geschäftsführer vom POM family als auch vom Fitnesscenter Ringwiese ist. Erst vor einem Jahr waren die beiden Center zusammengegangen unter einer Geschäftsführung.

Fitnesscenter Ringwiese von Pleite nicht betroffen

Schuster, damals bereits Chef beim Center Ringwiese, und Tilmann Süß vom POM übernahmen die Leitung. Auch mit dabei: das POM-Fitnesscenter im B59-Hochhaus am Leutragraben. Ringwiese-Chef Schuster verweist aber darauf, dass die Insolvenz nur das Center am Jenzigweg beträfe. Er versichert zudem, dass keine weiteren Beiträge von Mitgliedern nach der Insolvenz eingezogen würden. In seinem 1993 eröffneten Fitnesszentrum Ringwiese könnte alles nach bisheriger Planung am 20. April normal weitergehen, sofern die Corona-Krise dies erlaube, sagt Schuster. Dafür laufen Verschönerungsarbeiten.

Beim POM-Center am Leutragraben, das unter dem Namen POM-Gesundheitszentrum firmiert und geschäftlich verbandelt ist mit den anderen beiden Zentren, war indes keine Information über die dortige Situation zu erhalten.

Doch zurück zum insolventen Center am Jenzigweg. Die wirtschaftlichen Zahlen des POM family seien ziemlich schlecht, sagt der gerichtlich eingesetzte Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Thorsten Springstub. Er glaubt nicht daran, dass dieses Fitnesscenter bald wieder neu starten könnte. Die Prüfungen im Insolvenzverfahren werden auf jeden Fall noch bis Jahresende brauchen.

Pleite habe sich laut Mitglieder schon lange angedeutet

Was Befürchtungen von Mitgliedern betrifft, dass ihre Beiträge verlustig gehen könnten, so wären zu unrecht abgebuchte Beiträge wieder zurückbuchbar. Das hofft auch Wilhelm Kutzleb, einer der Mitglieder bei POM family. Schon seit Monaten hätte sich die Krise im Fitnesscenter angedeutet. So seien die Preise für die Kurse erhöht worden.

Auch dringliche Sanierungsmaßnahmen wären ausgeblieben, zum Beispiel bei den maroden Duschen. Gerüchte hätten sich immer mehr breit gemacht, die von einer Pleite sprachen. Zudem seien auch Mitarbeiter entlassen worden.

Mit dem Aus für das POM family verschwindet ein Fitnesscenter, das am Jenzigweg 2002 begonnen hatte und zeitweise eines der größten und erfolgreichsten in Jena war. Später eröffnete Inhaber Gernot Heckel in den Obergeschossen des B59-Hochhauses ein neues POM-Center. Dafür verkaufte er später die Fitness-Halle des POM am Jenzigweg an die Stadt Jena, weil die dringend Platz für Flüchtlinge suchte. Doch die Flüchtlingszahlen gingen zurück.

Die Halle wurde als Abstellfläche und für Proben der Jenaer Philharmonie genutzt. Die andere Hälfte des Hallenkomplexes übernahm das Rote Kreuz, das dort eine Dreifelderhalle einrichtete. Nur im Mittelteil verblieb ein kleines Fitnesscenter – das POM family. Wohl das Ende vom Lied für einen Fitnessclub, der zuletzt noch 500 Mitglieder gehabt haben soll.