Das Rückgrat der Gesellschaft: Jenaer Ehrenamtspreis verliehen

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Beate Krause ist Preisträgerin des Ehrenamtspreises der Stadt Jena und des Awo-Regionalverband Mitte-West-Thüringen 2022.

Beate Krause ist Preisträgerin des Ehrenamtspreises der Stadt Jena und des Awo-Regionalverband Mitte-West-Thüringen 2022.

Foto: Stadt Jena

Jena.  Stadt Jena und Awo-Regionalverband Mitte-West-Thüringen würdigen unter anderem Beate Krause vom Ruder- und Seesportverein.

Stadt und der Awo-Regionalverband Mitte-West-Thüringen haben am Dienstag den Jenaer Ehrenamtspreis verliehen: Der erste Platz mit einem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro und einem Glaspokal wurde an Beate Krause vom Ruder- und Seesportverein verliehen.

„Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. In Jena können wir stolz auf eine starke Zivilgesellschaft und zahlreiche Vereine und Initiativen sein, die für andere eine große Hilfe und Stütze sind“, sagte OB Thomas Nitzsche (FDP) im Historischen Rathaus. Der Preis und die öffentliche Wirksamkeit zeigen nach Angaben der Stadtverwaltung, wie bedeutend ehrenamtliches Engagement hinsichtlich aktueller gesellschaftlicher Veränderungen ist. Zur Auszeichnung gehören ein Glas-Pokal, geschaffen von Auszubildenden des Jenaer Bildungszentrums JBZ, sowie eine Dotierung, gesponsert von verschiedenen regionalen Akteuren.

Engagiert im Kinder- und Jugendsport

„Beate Krause hat sich in herausragendem Maße mit großem persönlichem Engagement während der Coronapandemie im Verein für die Durchführung der sportlichen Aktivitäten im Rahmen der erlaubten Möglichkeiten eingesetzt. Teilweise 40 bis 60 Wochenstunden und mehr hat sie eingebracht, um das Angebot des Sportbetriebs insbesondere für die Kinder und Jugendlichen aufrecht zu erhalten. Unter anderem ist es ihr zu verdanken, dass der Rudersport in allen Altersgruppen, speziell aber auch im Kinder- und Jugendbereich, während der Pandemie sogar einen Anstieg der Mitgliedszahlen erreichen konnte. Weiterhin wurden mit Ihrer Hilfe für den Jenaer Ruder- und Seesportverein sehr erfolgreiche Wettkämpfe, Trainingslager und Verbandsspiele organisiert und durchgeführt.“

Ukraine-Hilfe von der ersten Stunde an

„Am Tag Null des völkerrechtswidrigen Angriffs Russlands auf die Ukraine, dem 24. Februar, nahmen Boshena Geßner, gebürtige Ukrainerin, und Munara Abdyvasieva, gebürtige Kirgisin, die ungeahnten Herausforderungen in Angriff, die auf Jena zurollten. Sie bildeten ein Netzwerk aus in Jena lebenden Ukrainern, Russen, Deutschen und Menschen aus anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, richteten die Facebook-Seite ,Jena hilft’ und Social Media Gruppen ein, und waren rund um die Uhr im Einsatz, sobald die ersten Geflüchteten in Jena eintrafen. Die Frauen leisteten Übermenschliches beim Empfang, Unterbringung in Privatunterkünften, Aushilfe mit Geld, Lebensmitteln und Kleidung, Organisation von ersten privaten Sammlungen, Kontaktaufnahme mit bis dahin unbekannten Amtsstuben und auch mit der Bürgerstiftung. Sehr schnell entwickelte sich eine enge Partnerschaft mit der Bürgerstiftung, Projekte wurden gemeinsam angeschoben und realisiert, wie beispielsweise die Kleiderkammer. Geßner und Abdyvasieva sind das Herz des ukrainischen Netzwerkes und sie haben mittlerweile ein weit verzweigtes Netz in die Stadtverwaltung, die Stadtpolitik und Zivilgesellschaft gespannt, welches die enormen Anstrengungen unterstützt. Sie schaffen es ferner, die Geflüchteten mit einzubinden. So wird die Kleiderkammer der Bürgerstiftung nahezu ausschließlich von Geflüchteten betrieben, die von Geßner und Abdyvasieva betreut werden.“

Lebensmittelsortierung und -logistik der Jenaer Tafel

„Rainer Winkler ist, seit er mit seiner Tätigkeit bei der Jenaer Tafel begonnen hat, nicht nur eine tatkräftige und aktive Hilfe bei den anfallenden Arbeiten sondern auch eine Quelle der Motivation und Ermutigung der anderen ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Er versteht es, auch in hektischen Zeiten die Arbeiten zu strukturieren und zeitgerecht zu Ende zu bringen, so dass die tägliche Lebensmittelausgabe immer pünktlich begonnen werden kann. Winkler arbeitet regelmäßig an mehreren Wochentagen beim Entladen, Sortieren, Aufbereiten und Vorbereiten für die Ausgabe der vom Handel gespendeten Lebensmittel an die Bedürftigen Kunden der Jenaer Tafel in einem Team von insgesamt sieben bis zehn ehrenamtlichen Unterstützern mit.“