Das traut sich der DFB bei Hoeneß und Bayern München nicht - aber beim FC Carl Zeiss Jena

Jena  Nur der FCC – der Wochenrückblick: OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch auf der Suche nach Blutgrätschen, Abseitsfallen und Seitfallziehern.

Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Jan Simak im DFB-Pokalhalbfinale am 18. März 2008 die Gelb-Rote Karte, Alexander Maul protestiert vergeblich. In sechs Spielen unter Gräfe gab es sechs Niederlagen und drei Platzverweise für Jena. Auch gegen Chemnitz verlor Jena sein Spiel am vergangenen Wochenende.

Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Jan Simak im DFB-Pokalhalbfinale am 18. März 2008 die Gelb-Rote Karte, Alexander Maul protestiert vergeblich. In sechs Spielen unter Gräfe gab es sechs Niederlagen und drei Platzverweise für Jena. Auch gegen Chemnitz verlor Jena sein Spiel am vergangenen Wochenende.

Foto: Tino Zippel

Neun Spiele, ein Punkt. Kommt heute im zehnten Spiel wieder kein Punkt dazu? Der FC Carl Zeiss Jena liefert Woche um Woche in der dritten Liga ein Trauerspiel. Was passiert im Heimspiel gegen Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg?

Zunächst einmal hat Trainer Lukas Kwasniok hart durchgegriffen. Gleich drei Spieler wurden in die zweite Mannschaft verbannt: Ole Käuper (früher Werder Bremen), Marian Sarr (früher Borussia Dortmund) und Kilian Pagliuca aus der Schweiz. Allerdings – aufmerksamen Beobachtern des FCC wird gleich aufgefallen sein, dass alle drei Kicker sowieso nicht mehr gespielt hatten. Es ist also eher eine symbolische Geste. Und Transfer-Flops leisten sich auch große Teams des europäischen Fußballs, wie Chelsea London beispielsweise, die sich für 50 Millionen Euro den spanischen Stürmer Fernando Torres holten. Der erzielte aber in sage und schreibe 110 Spielen nur 20 Tore. Die vermeintliche Perle Ryan Babel (Ajax Amsterdam) traf beim Dorfklub Hoffenheim in zwei Jahren nur fünf Mal überhaupt ins Tor. Weitere gescheiterte Größen des internationalen Fußballs: Kaka, Robinho, Veron.

Neben eigenem Unvermögen leidet der FC Carl Zeiss aber noch unter dem DFB, der ab und an mal Schiedsrichter einsetzt, die den FCC regelrecht verpfeifen. Das war bereits beim Auswärtsspiel in Zwickau so. Und diesmal geschah das Gleiche in Chemnitz. Dem FC Bayern München würde so etwas nicht passieren. Gibt es nur mal einen falschen Pfiff eines Schiris gegen die Bayern, knurrt Präsident Uli Hoeneß den DFB an. Und schon ist das Problem für lange Zeit aus der Welt geschafft.

Auch der FCC hat einen Präsidenten, nämlich den honorigen Klaus Berka. Aber der knurrt nicht. Und wenn doch, würde es wohl niemanden beim DFB interessieren. Außerdem hülfe es nichts. Ohne von den Schiedsrichtern verpfiffen worden zu sein, läge der FCC jetzt mit sieben Punkten auf Rang 19. Also weiter auf einem Abstiegsplatz. Das kann man nur der Mannschaft anlasten. Sie kann heute etwas dagegen tun.

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