Dedidis trifft doppelt für FC Carl Zeiss Jena II

Jena  „Vasileios, das war es aber noch nicht“, rief Jenas Trainer Christian Fröhlich seinem Stürmer zu, als der sich vor dem Wiederanpfiff am Mittelkreis positionierte. Gerade hatte der Torjäger in der Anfangsphase seinen FCC II gegen die Krieschower Gäste 1:0 (4.) mit seinem zehnten Saisontreffer in Führung gebracht.

Vasileios Dedidis, hier vor Krieschows Fabian Lieschka, traf zum schnellen 1:0

Vasileios Dedidis, hier vor Krieschows Fabian Lieschka, traf zum schnellen 1:0

Foto: Peter Poser

„Vasileios, das war es aber noch nicht“, rief Jenas Trainer Christian Fröhlich seinem Stürmer zu, als der sich vor dem Wiederanpfiff am Mittelkreis positionierte. Gerade hatte der Torjäger in der Anfangsphase seinen FCC II gegen die Krieschower Gäste 1:0 (4.) mit seinem zehnten Saisontreffer in Führung gebracht. Die Zeiss-Youngster hatten losgelegt wie die Feuerwehr. Modler war in der zweiten Minute in der Box knapp gescheitert und hatte anschließend das Tor mit Pass auf die Außenbahn zu Schlegel eingeleitet, dessen Flanke punktgenau auf dem Kopf von Vasileios Dedidis landete.

Ob der Trainer bei dieser Aufforderung schon geahnt hat, dass es später in der Pause wiederum deutlicher Worte bedurfte, um seine Jungs aufzuwecken. Denn nach einer kurzen Phase mit zwei, drei guten Ansätzen aber eben auch Unkonzentriertheiten, die die Gelegenheiten verpuffen ließen, war die ungläubige Stimme des Co-Trainers Matthias Kühne zu hören: „Was wir im Umschaltspiel für Chancen haben...“, und vergeben war damit gemeint. Die Jenaer brachten sich durch das Auslassen der Möglichkeiten auf Grund der Ungenauigkeiten selbst aus dem Rhythmus. Es wurde ein anderes Spiel, die Pausenführung war nicht mehr verdient. Krieschows massiger Sturmtank Andy Hebler tanzte im Fünfer den Keeper und einen Abwehrmann aus, passte zu Zurawsky, der drüber ballerte (21.). Moritz Leibelt musste in höchster Not gegen den heranstürmenden Erich Jeschke retten (23.) Torhüter Lukas Sedlak konnte nur mit Fußabwehr einen Einschlag verhindern (33.). Schon zu Beginn war ein Scharfschuss der Gäste vom Arm eines Zeissianers zur Ecke geprallt. Der lautstarken Elfmeterforderung der Gäste kam der Schiri aber nicht nach (6.).

Die Pausenpredigt zeigte bei den Gastgebern diesmal nur kurzzeitig Wirkung in Form von Zug zum Tor. Der steil gegangene Dedidis setzte einen Heber an, allerdings über Torwart und Gehäuse (51.). Er traf auch ins Netz, stand bei der Volleyabnahme einer Schlegel-Flanke jedoch im Abseits (54.).

Einen weiteren Ball von Modler im Sechzehner traf Dedidis nicht richtig (57.). Das war es mit der Herrlichkeit. Im Gegenzug deutete sich der Ausgleich schon an. Heblers Direktabnahme mit der Innenseite geriet noch zu schwach, um Sedlak zu überwinden. Als es Minuten später nach einer Freistoßflanke zum Ping-Pong im Strafraum kam, stand plötzlich Jeschke blank, nickte zum 1:1 ein.

Bei ihrem Keeper konnten sich die Zeiss-Youngster bedanken, dass die Partie nicht vollends nach hinten los ging. Er machte die Hundertprozentige vom allein gelassenen Hebler zunichte (77.). Dann stach der Joker der Gastgeber. Einwechsler Mouko Tchenkoua krönte eine gekonnte Aktion mit direkten Bällen von Eric Voufack und Moritz Leibelt mit dem 2:1 (80.). Und schließlich bewahrheitete sich die Ansage vom Coach an seinen Goalgetter. Beim steilen Zuspiel in der eigenen Hälfte schüttelte Dedidis seinen Schatten ab, sprintete mit Ball über ganze Feld, um dann von der Strafraumgrenze trocken, flach ins kurze Eck abzuschließen - 3:1 (82.).

Das Comeback war dann doch im Stile einer Topmannschaft der Liga, denn um oben mitzuspielen, muss man auch Spiele gewinnen, in denen man nicht die ganze Zeit dominiert. Die Jungs versüßten dem Coach damit den am Sonntag folgenden 42. Geburtstag. Trotzdem kamen von ihm kritische Töne nicht nur über die Chancenverwertung: „Unser Defensivverhalten war nicht gut, vor allem das Kopfballspiel. Da gilt es im Zweikampfverhalten zuzulegen und hinzugehen, wo es wehtun kann.“

Neben Gesundheit kann man dem engagierten Übungsleiter zum Wiegenfest noch wünschen, dass er vielleicht beim nächsten Anlauf in Köln bei der Vergabe um die begehrten Plätze für den großen Trainerschein Glück hat. Blut geleckt hat er ja schon, wenn auch leider nicht erfolgreich als Interimstrainer der Ersten. Doch das verlorene Punktspiel in Kaiserslautern unter seiner Regie muss er ja nun wirklich nicht auf seine Kappe nehmen.

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