Der Jenaer Norden bekommt den heiß ersehnten Kindergarten

Jena.  Der Stadtrat hat dem Jenaer Oberbürgermeister den Auftrag erteilt, „schnellstmöglich“ einen Träger und ein Grundstück zu finden.

Im Norden wächst die Stadt Jena derzeit am stärksten. Dem soll mit dem Bau einer neuer Kindertagesstätte Rechnung getragen werden. 

Im Norden wächst die Stadt Jena derzeit am stärksten. Dem soll mit dem Bau einer neuer Kindertagesstätte Rechnung getragen werden. 

Foto: Thomas Beier

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Der Norden von Jena soll „schnellstmöglich“ eine neue Kindertagesstätte bekommen. Den Auftrag, die planerischen Voraussetzungen zu schaffen, hat der Oberbürgermeister vom Stadtrat bekommen. Mit dem nächsten Kindertagesstättenbedarfsplan soll klar sein, wer die Einrichtung wo betreibt. Der Vorgängerplan für 2019/20 wurde jetzt beschlossen.

Eine neue Kindertagesstätte ist in Jena-Nord und Jena-Zwätzen heiß ersehnt. Festgelegt ist auch, dass es sich um eine „größere Kindertagesstätte mit etwa 90 Plätzen“ handeln soll. Gegen eine solche konkrete Festlegung hatte sich im Stadtrat Ines Morgenstern (Bündnisgrüne) ausgesprochen, sie ist zugleich die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Die Festlegung könne Bemühungen erschweren, einen Träger für die neue Einrichtung im Norden zu finden, sagte sie.

Bedarf ist eigentlich noch viel größer als 90 Plätze

Die Ortsteilbürgermeister Christoph Vietze (Nord) und Waldemar Kühner (Zwätzen) bestanden aber auf der exakten Formulierung, die auch der Finanzausschuss mitgetragen hatte. „Wir haben mühevoll einen Kompromiss gefunden. Und der Bedarf ist ja eigentlich viel größer“, sagte Vietze.

Hat Jena genug Kindergartenplätze? Darüber wurde im Stadtrat ebenfalls debattiert. Sozialdezernent Eberhard Hertzsch sprach von einer „kleinen Differenz“. Es fehlten rechnerisch im Planungszeitraum durchschnittlich etwa 70 Plätze. Die Kapazität erhöhe sich aber durch bereits angeschobene Projekte in diesem Jahr auf etwa 6051 Betreuungsplätze.

„Im Durchschnitt genügend Plätze reichen nicht, um den Bedarf zu decken“, erwiderte Ralph Lenkert (Linke). Eine Kindertagesstätte in Jena-Nord sei auch ein Beitrag zur Verkehrsvermeidung. – „Wir müssen aufhören, immer nur Knirsch zu rechnen, so dass es gerade reicht, das ist für unsere Kinder nicht angemessen“, sagte Rosa Maria Haschke (CDU).

Alexis Taeger (FDP) erwiderte, die Planungen seien „noch nie so wenig Knirsch“ gewesen wie in diesem Jahr. Wenn es stadtweit genügend Plätze gebe, müsse für den Norden woanders gegebenenfalls etwas zurückgenommen werden.

„Wir können Leute nur nach Jena locken, wenn wir ihnen Kindergartenplätze anbieten können“, sagte Ulrich S. Schubert (Freie Wähler Jena). Mit einem ICE- oder Flughafen-Anschluss könnten Jenaer Arbeitgeber leider nicht werben.

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