Der Schlüssel für 50.000 sichere Badewannen-Füllungen in Jena

Thomas Beier
| Lesedauer: 2 Minuten
Einen symbolischen Schlüssel gab es zur Einweihung auch, wobei sich schnell herausstellte, dass der gar nicht passte. Im Bild von links: Wasserverbandschef Jürgen Hofmann, OB Thomas Nitzsche, Projektleiterin Diana Henze und Bauüberwacher Henry Wendler, der gerade eine Erinnerungstafel im Speichergebäude anbringt.

Einen symbolischen Schlüssel gab es zur Einweihung auch, wobei sich schnell herausstellte, dass der gar nicht passte. Im Bild von links: Wasserverbandschef Jürgen Hofmann, OB Thomas Nitzsche, Projektleiterin Diana Henze und Bauüberwacher Henry Wendler, der gerade eine Erinnerungstafel im Speichergebäude anbringt.

Foto: Thomas Beier

Jena.  Neuer Wasserspeicher im Jenaer Rautal eingeweiht: Über die 6-Millionen-Investition wächst bereits das Gras.

Jenawasser hat 6,3 Millionen Euro verbaut, und am Ende ist davon fast gar nichts zu sehen: So geschehen ist das die letzten zwei Jahre im Rautal, wo am Donnerstag der neue Trinkwasserspeicher feierlich eingeweiht wurde. Zusammen 6000 Kubikmeter Wasser fassen die beiden Speicherbecken, umgerechnet sind das 50.000 gefüllte Badewannen. Versorgt werden von hier aus direkt oder indirekt 46.500 Einwohner. Der Hochbehälterbau ist ein zentrales Projekt im „Wasserversorgungskonzept 2040“.

Daseinsvorsorge mitdem Lebensmittel Nummer 1

Warum es die Anlage braucht, erklärte Jenawasser-Verbandsvorsitzender Jürgen Hofmann: Es geht um Betriebssicherheit fürs Netz, die durch den nunmehr höheren Druck gewährleistet wird. Er erwähnte auch die Widrigkeiten, die aufgrund der Druckerhöhung an anderer Stelle auftraten: Alte Leitungen wurden undicht, weil nicht alle Auswirkungen der Umstellung voraussehbar waren. „Doch nun können wir alle besser schlafen“, sagte Hofmann. Es geht um das Lebensmittel Nummer 1.

Ein sehr ernstes Thema schnitt wie auch schon sein Vorredner OB Thomas Nitzsche (FDP) an. Wasser, Strom, Gas – all dies sei nicht gottgegeben, wie aktuelle politische Entwicklungen zeigen, so Nitzsche. Der Donnerstag sei als „Tag der Daseinsvorsorge“ als Termin für die Inbetriebnahme des Behälters gut gewählt. Es handele sich um eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Nach einer Erfrischung fragten Eröffnungsgäste wegen der Sommerhitze beim Betreten der Anlage ganz gezielt. Sie sahen das Nass bei einem Gang ins Gebäude durch verschlossene Fenster. Bis zu sechs Meter hoch steht das Wasser in den Behältern. Gut zu sehen war eine an Blütenstaub erinnernde dünne Schicht auf dem Wasser. Hier handelt es sich um Kalk, der bei der Lagerung ausfällt.

Zu drei Viertel stammt das Jenaer Trinkwasser aus Tiefbrunnen vor Ort, der Rest ist zugekauftes Fernwasser.

Ihren Beitrag zum Gelingen trugen kleine Gäste aus dem Kindergarten „Abenteuerland“ in Jena-Nord bei. Sie sangen das weithin bekannte „Jena-Lied“, in dem Wachstum und Infrastruktur zentrale Themen sind.

Herzlich willkommen waren zudem Nachbarn aus den umliegenden Kleingärten, darunter Jena-Ehrenbürger Wolfgang Meyer, der ganz dicht dran war an der Baustelle.

Die Belästigungen durchs Baugeschehen waren nicht ohne und wurden bei einer Bratwurst und einem Schluck Wasser abgehakt.