FC Carl Zeiss Jena: Deshalb tragen die Spieler jetzt Sport-BHs

Jena  Wie moderne Technik das Fußballtraining auch beim Drittligisten FC Carl Zeiss Jena verändert.

FC Carl Zeiss Jena Fußballer Marius Grösch mit einem Überzieher von Catapult, der Tracking-Sensoren für die Trainingsauswertung enthält.

FC Carl Zeiss Jena Fußballer Marius Grösch mit einem Überzieher von Catapult, der Tracking-Sensoren für die Trainingsauswertung enthält.

Foto: Tino Zippel

Wer dieser Tage den Trainingsplatz des FC Carl Zeiss im Jenaer Stadion besucht, wundert sich über die Dienst­kleidung der Drittliga-Fußballer. Auf den ersten Blick scheint es so, dass die Spieler Sport-BHs tragen – allerdings über ihrer Trainingskleidung.

„Nein, das ist kein BH“, sagt Verteidiger Marius Grösch und lacht. „Sieht lustig aus, dient aber einem guten Zweck“, fügt Mittelfeldspieler Jannis Kübler hinzu. Denn im Überzieher sind Sensoren enthalten, die jede Bewegung der Fußballer protokollieren. Diese Daten wertet Athletiktrainer Max Habereder später am Laptop aus und liefert somit wichtige Erkenntnisse für die Trainingssteuerung. Im vergangenen Jahr trugen die Ostthüringer Fußballer noch Gurte um die Brust, nun erfolgte der Wechsel auf den neuen Anbieter. „Mit dem neuen System erhalten wir eine deutlich größere Anzahl an Daten“, sagt Chef­trainer Lukas Kwasniok.

Welcher Spieler hat wieviele schnelle Meter absolviert

So protokolliert die intelligente Kleidung, welche Wege die Fußballer in welchem Tempo zurücklegen. So erhält der Coach eine Übersicht darüber, welcher Spieler wieviele schnelle Meter absolviert hat. So ergebe sich die Möglichkeit, seinen Schützlingen Schwarz auf Weiß zu zeigen, wo sie möglicher­weise zu nachlässig waren.

Kwasniok sieht die Aufzeichnung der Daten aber vor allem als wichtigen Steuermechanismus. „Wir können so herausfinden, wie intensiv und körperlich fordernd eine Einheit wirklich war“, erläutert der Fußballlehrer. So bestehe die Chance, das Training über angepasste Profile für einzelne Sportler zu steuern.

Doch während der Spiele will der Trainer auf Echtzeitdaten verzichten. Überhaupt will er die Daten nur am Rande bei der Entscheidung über seine Startaufstellung berücksichtigen. „Es hat sich noch keiner im Wald oder auf der Tartanbahn in die Mannschaft gelaufen“, sagt der 38-Jährige mit einem Augenzwinkern. Noch hat er sieben Tage Zeit, über die Startaufstellung für die erste Saisonpartie gegen den FC Ingolstadt (Montag, 19 Uhr) nachzudenken.

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