Die Schlacht in 412 LED-Leuchten

Jena.  Das Museum 1806 in Jena-Cospeda kann wieder auf das Geländerelief zurückgreifen. 412 Lampen veranschaulichen das Schlachtgeschehen.

Andreas Stiebritz (links) vermittelt den Besuchern am erneuerten Geländerelief eine Übersicht über die Schlacht von 1806.

Andreas Stiebritz (links) vermittelt den Besuchern am erneuerten Geländerelief eine Übersicht über die Schlacht von 1806.

Foto: Michael Groß

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Mit zwei Neuigkeiten begrüßte das Museum 1806 in Cospeda seine Besucher zur Wiedereröffnung nach der Winterpause. Denn rechtzeitig zum 1. Februar hatten Mitglieder des Vereins „Instituts zur militärgeschichtlichen Forschung Jena 1806“ eine neue Vitrine aufgebaut, in der nun das von André Brauch geschaffene Diorama (unserer Zeitung berichtete) mit Szenen aus einem Gefecht bei Saalfeld am 10. Oktober 1806 wirkungsvoller als bisher gezeigt werden kann. Es verbleibt auch als Dauerleihgabe in dem kleinen Museum.

Gleich daneben inmitten des Ausstellungsraum, befindet sich im Fußboden eingelassen ein für das Gesamtverständnis des Museums wichtiges Anschauungsobjekt – das zentrale Geländerelief der Schlachtfelder von Jena und Auerstedt. Es wurde während der winterlichen Schließzeit gründlich überholt und wieder funktionsfähig gemacht. Daran hatte es nämlich viele Jahre lang gemangelt. Kein Wunder, denn die Anlage wurde bereits vor gut 50 Jahren angefertigt und kam bei der Umgestaltung des Museums Ende der 1970er Jahre in den Fußboden. Darauf konnten mittels zahlreicher kleiner Lampen die Bewegungen auf dem Gefechtsfeld und seiner Umgebung vom 13. und 14. Oktober 1806 nachvollziehbar dargestellt werden. Doch als das Museum dann 1999 umgestaltet wurde, sanierte man das Geländerelief nicht, die Lampen blieben aus.

Nun haben Andreas Stiebritz und ein weiterer Mitstreiter vom Verein in 170 ehrenamtlichen Arbeitsstunden sich des Reliefs gewidmet, weil sie es endlich wieder nutzbar für die Ausstellung machen wollten. Sie nahmen die Platten mit den Geländedarstellungen ab, erneuerten das gesamte darunter befindliche Drahtgeflecht und setzten 412 neue Lampen ein, natürlich alles LED-Leuchten, die nun in jeweils anderen Farben die feindlichen Linien deutlich machen. 300 Meter Draht wurden neu gezogen, 2150 Lötstellen bearbeitet, 412 Vorwiderstände geschaltet und 824 Anschlussdrähte verlegt. Zudem entstand ein neues Bedienungspult.

Nun ist das Demonstrationsobjekt wieder voll in Betrieb und kann die Erläuterung zu jenen dramatischen Geschehnissen von 1806 anschaulich begleiten. Zum Beispiel kann der Zug der Franzosen unter Kaiser Napoleon den Jenaer Steiger hinauf zu den Schlachtfeldern aufgezeigt werden, aber auch das Lager der Preußen bei Kapellendorf, das Gefecht bei Rödigen oder auch die Auseinandersetzungen rund um den Dornberg. Auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, was da konkret bei Jena im Oktober 1806 an welchen Stellen was geschehen ist.

Bei der nächsten Schlachtfeld-Führung am 19. April wird beim Einführungsvortrag natürlich auch auf das Geländerelief zurückgegriffen, um sich dann beim Erkunden des Geländes vor Ort ein besseres Bild machen zu können.

Museum 1806 Cospeda, geöffnet Dienstag-Sonntag 10-13 Uhr und 14-17 Uhr

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