Drei Fragen an: Die Vision vom Stadthaus

Jena  Elisabeth Wackernagel ist Bürgervertreterin im Werkstadtgremium Eichplatz Jena und hat eine Vision von der Eichplatz-Bebauung zu der wir ihr drei Fragen stellten.

Elisabeth Wackernagel, Bürgervertreterin im Werkstadtgremium Eichplatz Jena.

Elisabeth Wackernagel, Bürgervertreterin im Werkstadtgremium Eichplatz Jena.

Foto: Jördis Bachmann

Jena. Sie will nicht locker lassen, wenn es um ein "Stadthaus" für Jena geht. Ein offenes Haus für die Bürger, die Jugend, Kultur, Kunst und die Vertreter der Stadt. Selbst bezeichnet sie sich als unbequem und weiß, oft wird wird abgewunken, wenn sie ihre Vorstellungen auf den Tisch bringt - für Elisabeth Wackernagel kein Grund aufzugeben.

1. Frau Wackernagel, wie sieht ihre Vision für das Baufeld B auf dem Eichplatzareal und haben Sie dafür Unterstützer?

Zunächst ist es wichtig, Ideen zu entwickeln die größer sind, denn ohne Visionen wird das Tun in Jena vorhersehbar. Veränderung ist unbequem und da bin ich schon beim Herzstück meiner Heimatstadt, dem Eichplatzareal. Klar, für die im Moment fixierten Nutzungen im Baufeld B, Ergänzungen oder Erweiterungen für Bürgerinnen und Bürger vorzusehen, scheint fast unmöglich. Aber ich halte einen offenen Ort für die Bürger und ein Raumangebot für Kunst, Kultur und Stadtpolitik in Form eines Stadthauses für nötig. Einzelne Visionäre aus dem Werkstattgremium und der CDU-Fraktion sehen das Stadthaus ebenfalls als Option.

2. Warum braucht Jena ein solches „Stadthaus?“

Dieses Haus würde praktische Antworten auf drängende Zukunftsfragen wie beispielsweise den demographischen Wandel, der Integrationsthematik und der Klimaproblematik geben. Der Stadtrat ist die politische Vertretung der Bürgerinnen und Bürger. Die Stadtratsmitglieder entscheiden über die Entwicklung der Gemeinde wie etwa Investitionen in öffentliche Projekte, aber nicht über ihre so dringend benötigten Sitzungsräume. Mit dem Stadthaus könnte man das Raumproblem lösen. Es ist eine einmalige Chance für die Stadt Jena am Eichplatz dem Raumproblem entgegenzuwirken.

3. Das Volkshaus soll Kongresszentrum werden, das Volksbad dient als Versammlungssaal, reicht das nicht?

Nein. Das Volkshaus als Kongresszentrum würde eine ganz andere Zielgruppe ansprechen. Das Volksbad ist oft zu klein. Das Stadthaus am Eichplatz könnte ein offenes Haus werden - als multifunktionaler Gebäudetyp könnte es für unterschiedlichste kulturelle, gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche wie auch sportliche Zwecke genutzt werden.