Diebstahl in Göschwitz für Drogenkonsum – lange Haftstrafe für 40-Jährigen

Jena.  Nach einer Diebestour im Gewerbegebiet Jena/Göschwitz ist ein 40-Jähriger zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt worden.

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Foto: Marco Kneise / TA

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Mario S. (Name geändert) ist drogenabhängig und klamm bei Kasse – er braucht Geld für die Befriedigung seiner Sucht. Zusammen mit einem Freund geht er auf Diebestour im Gewerbegebiet Jena/Göschwitz.

Mit einem Bolzenschneider wird ein Drahtzaun zerschnitten und die Verglasung eines Rolltores eingeschlagen. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, kommt in den mitgeführten VW-Transporter. Doch der Lieferwagen wird in Weimar von der Polizei kontrolliert und Mario S. muss sich nun in Jena vor Gericht verantworten.

Angeklagter sitzt bereits im Maßregelvollzug

Die Staatsanwaltschaft legt dem 40-jährigen Angeklagten zur Last, in der Nacht vom 10. zum 11. Dezember 2017 einen gemeinschaftlichen Diebstahl begangen zu haben. Lang ist die Liste der gestohlenen Gegenstände, die Staatsanwältin Sylvia Reuter vorzutragen hat; von Werkzeugmaschinen, Stahlrohren und Matratzen bis zu Bekleidungsstücken, wie Jeans, Hemden, Shirts und Pullover. Höhe des Gesamtschadens: rund 15.000 Euro.

Der Angeklagte nimmt zu den Tatvorwürfen Stellung: Er sei amphetaminabhängig gewesen und habe Geld gebraucht, um seine Sucht zu finanzieren. Nach seiner letzten Straftat im Jahr 2018 befände er sich jetzt im Maßregelvollzug und sei nun bestrebt, sein Leben zu ändern; würde den Hauptschulabschluss nachholen und eine Ausbildung anstreben.

Haftstrafe und Unterbringung in Entziehungsanstalt

Das Schöffengericht mit dem Vorsitzenden Richter Frank Hovemann befindet den mehrfach vorbestraften Angeklagten schuldig des gemeinschaftlichen Diebstahls in besonders schwerem Fall, verhängt unter Einbeziehung des letzten Urteils eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten und ordnet die Unterbringung von Mario S. in einer Entziehungsanstalt an.

Richter Hovemann begründet diese Entscheidung: Da die jetzt verhandelte Straftat zeitlich vor der letzten Verurteilung liegt, war das Strafmaß von einem Jahr und sechs Monaten aus dem Urteil des Landgerichtes Erfurt im Jahr 2018 mit einzubeziehen. Bei einer verhängten Gesamtstrafe über zwei Jahre ist eine Aussetzung auf Bewährung generell ausgeschlossen. Diese hätte Mario S. auch bei einem Strafmaß unter zwei Jahren nicht erhalten, da bei einer untherapierten Betäubungsmittelabhängigkeit keine positive Kriminalprognose gestellt werden kann.

Der Angeklagte akzeptiert die Entscheidung des Gerichts, Verteidiger und Staatsanwältin verzichten auf das Einlegen von Rechtsmitteln; somit ist das Urteil rechtskräftig.

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