Diesen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Carl Zeiss AG

Jena.  Der auch in Jena ansässige Konzern hat seine Geschäftszahlen fürs erste Halbjahr vorgestellt. Vor allem eine Sparte hilft, die Folgen der Krise abzufedern.

Blick auf das Zeiss-Werk in Jena.

Blick auf das Zeiss-Werk in Jena.

Foto: Tino Zippel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Trotz der Corona-Pandemie hat die Zeiss-Gruppe ein Plus im Vergleich zum vergangenen ersten Geschäftshalbjahr in Ziel gerettet. Die guten Geschäfte in der Halbleitertechnik gleichen die Geschäftsrückgänge in anderen Sparten aus.

Im Geschäftsjahr 19/20, das am 1. Oktober 2019 begonnen hat, erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro, bereinigt ein Plus von drei Prozent zu den Vorjahreszahlen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 455 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau von 443 Millionen Euro.

Krise zuerst in China spürbar

Laut Karl Lamprecht, neuer Vorstandsvorsitzender von Zeiss, entwickelte sich vor allem das Halbleitergeschäft sehr gut und kommt auf ein bereinigtes Umsatzplus von 17 Prozent. Auch die Medizintechnik ist weiter leicht gewachsen. Dagegen gingen im Bereich Messtechnik und Forschung sowie im Endkonsumentenbereich bereinigt die Umsätze zurück. Zuerst war die Krise in China, wo die ersten Covid-19-Fälle aufgetreten sind, für Zeiss zu spüren.

Deshalb habe das Unternehmen früh eine Taskforce eingerichtet, die in enger Abstimmung mit den lokalen und bereichsspezifischen Einheiten die erforderlichen Maßnahmen koordiniert. Vier Ziele seien dominierend gewesen: die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu schützen, den Geschäftsbetrieb bestmöglich weiterzuführen und die Kunden weltweit zu unterstützen sowie den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf das Unternehmen bestmöglich entgegenzuwirken. Das vierte Ziel wirke über die aktuelle Krise hinaus: die Marktchancen und strategischen Optionen zu nutzen, die sich durch die jetzigen Veränderungen ergeben.

Keine konkrete Zukunftsprognose: Umsatz und Ergebnis werden zurückgehen

„Jetzt ist Stabilität gefragt – vor allem auch im Sinne eines bestmöglichen Dienstes für unsere Kunden. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bedürfen dabei ein hohes Maß an Flexibilität und Anstrengungen aller Mitarbeiter“, sagt Lamprecht. Eine belastbare Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 gibt der Vorstandschef aufgrund der derzeit weltweiten Unsicherheiten durch die Pandemie nicht ab. Für die zweite Geschäftsjahreshälfte sei jedoch von einem Rückgang bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern auszugehen.

Carl Zeiss beschäftigt 2270 Mitarbeiter in Jena, drei Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Ein Teil der Mitarbeiter befindet sich wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit. Aus heutiger Sicht sei kein Arbeitsplatzabbau geplant, sagt Lamprecht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.