Jenaer Digitalbranche erhält neue paradiesische Aussicht

Jena.  Bei den Felsenkellern laufen die Vorbereitungen für das zweite Bürogebäude des IT-Paradieses. Und es soll noch weitergehen.

Sascha Sauer und Heiner Schaumann sind Mitbegründer des IT-Paradieses in der Mälzerstraße. Links neben dem 2016 fertiggestellten Bau entsteht ab Frühjahr ein identisches Gebäude mit Verbindungsgängen, der Parkplatz wird dafür an die Kahlaische Straße verlegt.

Sascha Sauer und Heiner Schaumann sind Mitbegründer des IT-Paradieses in der Mälzerstraße. Links neben dem 2016 fertiggestellten Bau entsteht ab Frühjahr ein identisches Gebäude mit Verbindungsgängen, der Parkplatz wird dafür an die Kahlaische Straße verlegt.

Foto: Katja Dörn

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Die Jenaer Digitalwirtschaft wächst weiter – und das sichtbar. Gegenüber der Haltestelle Felsenkeller kreisen seit Wochen die Bagger, um das Areal für den zweiten Bauabschnitt des IT-Paradieses an der Mälzerstraße vorzubereiten. Denn der Parkplatz neben dem 2016 eingeweihten Gebäude muss vom Hügel auf die unterste Ebene verlegt werden, um Platz zu schaffen für ein Zwillingsgebäude.

Die Planungen für den Neubau erscheinen äußerlich ähnlich: Sieben lichtdurchflutete Etagen werden sich an der Mälzerstraße ab Frühjahr hochgezogen. Wie als Handreichung soll allerdings eine Verbindung zwischen den mittleren Etagen der beiden Objekte geschaffen werden, auf der sozusagen das Bonbon geplant ist, die Dachterrasse. „Das war schon lange ein Wunsch“, sagt Sascha Sauer, Mit-Initiator des Projektes und Gründer von Diva-E, einer Digitalagentur, die im IT-Paradies angesiedelt ist.

Mieter müssen für Digitalbranche arbeiten

Paradiesische Aussichten haben die Mieter bereits jetzt, ostwärts schauen sie auf den Volkspark Paradies, während sie nach Westen hin die Arbeiten für den Zeiss-Neubau überblicken können. Mit dem zweiten Bauabschnitt werde 5000 Quadratmeter zusätzliche Mietfläche mit Konferenzräumen geschaffen, für die es schon einige Bewerber gebe. „Interessenten haben noch eine Chance. Derzeit besteht noch die Möglichkeit, auf den Grundriss Einfluss zu nehmen“, sagt Sauer. Zudem entstünden 50 überdachte Fahrradständer und vier Parkplätze für Elektroautos.

Wichtige Bedingung: Die künftigen Mieter müssen in der Digitalbranche tätig sein, das war bereits Vorgabe beim Flächenverkauf durch die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), erzählt Projektbeteiligter Heiner Schaumann von Tower PR. Der damalige Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) habe das Projekt forciert, für das sich mehrere Unternehmen sowie Privatpersonen in der IT Paradies Jena GmbH & Co. KG zusammenfanden. 49 Prozent der Anteile halte die Familie Henkel aus Rudolstadt, der unter anderem das Hoch- und Tiefbauunternehmen HI Bauprojekt GmbH gehört, das gleich vis à vis an der Kahlaischen Straße seinen Hauptsitz hat.

Dritter Bauabschnitt als Hochhaus möglich

Die Sparkassen Jena-Saale-Holzland sowie Saalfeld-Rudolstadt unterstützen das Projekt bei der Finanzierung, Jenawirtschaft stehe zudem immer hilfreich zur Seite. Und es soll weitergehen, „das ist für alle Beteiligten wichtig, die Branche wächst“, sagt Sauer. Von Konjunkturflaute merkten sie kaum etwas, vielmehr „brauchen wir mehr Arbeitsplätze, so könnten wir deutlich schneller wachsen“, sagt Sauer.

Ein dritter Bauabschnitt soll den weiteren Raumbedarf decken. Wenn im Frühjahr 2021 der Neubau steht, würden die Planungen für das nächste Gebäude beginnen. Aber Moment, wo ist dafür im beengten Bereich der Mälzerstraße noch Platz? Die Lösung liegt an der Kahlaischen Straße, wo mit dem Erdaushub und dem abzusichernden Hang nicht nur ein Ausweichparkplatz entstehen, sondern auch das Baufeld Numero drei vorbereitet wird. Theoretisch könnte dort nach Bebauungsplan sogar ein Hochhaus mit mehr als zehn Etagen entstehen.

Die Felsenkeller übrigens, die einst zur Bierlagerung genutzt wurden, „machen die Bauarbeiten nicht einfach“, sagt Sauer. Sie blieben größtenteils unberührt, allerdings sei es schon vorgekommen, dass einer der sieben Meter langen Erdnägel für die Hangsicherung in einen Hohlraum drang.

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