Digitalpakt Schule ist in Jena nicht handstreichartig umsetzbar

Jena.  Zuerst muss die Infrastruktur kommen, dann gibt es Präsentationstechnik für die Schulen und Tablets für Schüler

Ein iPad beim schulischen Einsatz an einer Lobedaer Schule.

Ein iPad beim schulischen Einsatz an einer Lobedaer Schule.

Foto: Thomas Beier

Bis alle Jenaer Schulen vom Digitalpakt profitieren, werden noch vier Jahre vergehen. Zwar hat die Stadt Jena schnellstmöglich für ihre Schulen die Fördermittel beantragt und Ende August bewilligt bekommen, doch geht die Umsetzung nicht „handstreichartig“, wie Sozialdezernent Eberhard Hertzsch im Stadtrat sagte. Er beantwortete damit eine Bürgeranfrage, die Stig Ludwig eingereicht hatte.

Der Grund für die längere Umsetzung ist die Ausführungsrichtlinie zum Digitalpakt. Demnach sollen 50 Prozent des Geldes in Infrastruktur fließen - also Server, Lichtleiterkabel und Räume. Erst wenn dieses Geld investiert ist, können auch Zuschüsse für Arbeitsmittel und Präsentationstechnik in den Klassenräumen abgerufen werden. Hertzsch wies darauf hin, dass die Bezuschussung von Tablets im Digitalpakt auf 25.000 Euro pro Schule begrenzt ist. Für alle städtischen Schulen wurde auch dieser Maximalbetrag angemeldet.

Dass keine Informationen zur Mittelverwendung an Freien Schulen getroffen wurde, liegt daran, dass diese eigenständig Fördergelder beantragen.

Für den Fragesteller hakte SPD-Stadträtin Tina Rudolph nach: Sollen Eltern wirklich auf den Zeitraum bis 2024 vertröstet werden? Hierzu sagte der Dezernent, dass die Digitalisierung eine gute Planung braucht. Aufträge müssten ausgeschrieben und dann Firmen gefunden werden. Das gehe nicht alles auf einmal. Wohl werde die Schulverwaltung aber ein Auge darauf haben, dass die Schulen zuerst digitalisiert werden, die den größten Nachholebedarf haben.

Zusätzlich zum Digitalpakt soll es für Jena etwa 600.000 Euro aus dem Sofortprogramm der Bundesregierung für Endgeräte geben. Auch hier wird es nicht so sein, dass Laptops oder Pads sofort bei den Schülern ankommen. Wartungs- und Supportfragen sind zuvor durch den Schulträger zu klären. Dabei spielt auch die Haftung eine Rolle.