Ein Stück Straßengeschichte: Fräse lässt alte B88 in Rothenstein verschwinden

Katja Dörn
Der Abschnitt der früheren Bundesstraße 88 am Ortsausgang Rothenstein wird weggefräst. Die Strecke ist seit Beginn des Tunnelbaus stillgelegt.

Der Abschnitt der früheren Bundesstraße 88 am Ortsausgang Rothenstein wird weggefräst. Die Strecke ist seit Beginn des Tunnelbaus stillgelegt.

Foto: Katja Dörn

Rothenstein.  Am Ortsausgang Rothenstein verschwindet ein Stück Straßengeschichte. Andernorts ist ein neu gebauter Knotenpunkt schon sanierungsbedürftig.

Die Tage der Umleitungsstrecke in Rothenstein sind gezählt. Voraussichtlich Mitte August kann der neue Tunnel eröffnet und damit die Pendlerstrecke in neue Bahnen gelenkt werden. Jetzt wird schon einem alten Stück Bundesstraße 88 zu Leibe gerückt. Das Landesamt für Bau und Verkehr lässt die stillgelegte Strecke vom Ortsausgang Rothenstein bis zum südlichen Tunnelausgang zurückbauen.

Anwohner beobachteten am Mittwochmorgen die Fräsarbeiten mit Genugtuung. Wo jahrzehntelang Tausende Autofahrer täglich am Felsen entlang rollten, soll bald nur noch ein kleiner Wirtschaftsweg zurückbleiben und Ruhe einkehren. „Es kommt ein Tor dafür, so dass niemand mehr durch kann“, sagt Stephan Saalfeld vom Landesamt. Das Areal gehe in Gemeindehand über.

Seit Mittwoch Verkehrsbehinderungen

Bauarbeiter müssen zudem noch Teile einer alten, baufälligen Stützwand abtragen, sodass sich die Straßenhöhe um etwa anderthalb Meter verringert. Am Bereich der Bahnstrecke entstehen zudem ein kleiner Wall und ein Graben, der herabfallendes Gestein aufnimmt, so dass die vorbeifahrenden Züge vor Steinschlägen geschützt bleiben.

Kurzfristige verkehrliche Einschränkungen treten seit Mittwoch am Abzweig der B88 nach Altendorf auf. Dort wird kurz vor dem Kreisverkehr die Straßendecke abgefräst. Dabei war der Knotenpunkt Altendorf/Schöps erst 2016 in Betrieb genommen worden. Woran liegt’s? „Es ist ein Gewährleistungsschaden“, sagt Saalfeld. Auf etwa 30 Metern habe sich vor dem Kreisel die Straßendecke verschoben und müsse nun neu aufgebracht werden. Für den Ausgleich des Schadens komme die bauausführende Firma Streicher auf. Die Arbeiten dauern etwa zwei Tage, die offizielle Sperrung ist bis 13. Mai angelegt.