Einige Jenaer Sportplätze „kippen“ jetzt

Thomas Stridde
| Lesedauer: 2 Minuten
Attila Kunz vom Sportstättenbetrieb des Eigenbetriebes KIJ wickelt noch den Schlauch ein. Auf dem Sportplatz in der  Alfred-Diener-Straße hat er per Multicar eine Extra-Portion Brunnenwasser herangekarrt, um Tor-Strafräume des Fußballfeldes zu gießen. An diesen chronisch ramponierten Stellen ist der Rasenwurzel-Erhalt gerade bei Trockenheit besonders wichtig.

Attila Kunz vom Sportstättenbetrieb des Eigenbetriebes KIJ wickelt noch den Schlauch ein. Auf dem Sportplatz in der  Alfred-Diener-Straße hat er per Multicar eine Extra-Portion Brunnenwasser herangekarrt, um Tor-Strafräume des Fußballfeldes zu gießen. An diesen chronisch ramponierten Stellen ist der Rasenwurzel-Erhalt gerade bei Trockenheit besonders wichtig.

Foto: Thomas Stridde

Jena.  Hyper-Trockenheit auch auf den Jenaer Sportrasenflächen: Das Maß und der Tageszeitpunkt für die noch mögliche Bewässerung bewirken einen „Tanz auf dem Seil“

Auf die Frage nach der Bewässerung von Sportplätzen in diesen Trockentagen spricht Thomas Graf gefasst nüchtern wie ein Arzt mit der schlechten Diagnose-Nachricht: Die städtischen Sportplätze, die nicht aus nahen Brunnen mit Wasser versorgt werden können, „die kippen“, so sagt der Abteilungsleiter für Schul- und Sport-Immobilien beim kommunalen Immobilien-Eigenbetrieb KIJ. Das heißt, auch bei der Wartung der öffentlichen Sportplätze gilt die städtische Allgemeinverfügung, dass kein Oberflächenwasser zum Beispiel aus Bächen für die Bewässerung verwendet werden darf. Die Rasenflächen auf den Sportplätzen in der Alfred-Diener-Straße, in Isserstedt und Maua sind somit noch deutlicher dem Sonnenbrand preisgegeben. Etwa der Sportplatz Maua sei sonst mit Saale-Wasser feucht gehalten worden; jetzt dürfe man auch aus der Saale allenfalls Wasser schöpfen, erläuterte Thomas Graf.

Bei KIJ hätten Bürger vermehrt kritisch nachgefragt, weshalb überhaupt noch Sportplätze bewässert würden, erläuterte der KIJ-Abteilungsleiter. Beim Eigenbetrieb werde überlegt, wie man tagsüber die Bewässerung der Plätze verlagern könne. „Nicht in den Haupt-Sonnenstunden, das ist effektiver.“ Recht gut lasse sich das bei einigen Plätzen regeln, wo die Bewässerung per Zeitschaltuhr an- und ausgestellt werden kann. „Das wird die Zukunft sein.“ Dagegen würden zwei Flächen in der Oberaue, zwei am Sportplatz unterm Jenzig („Postsportplatz“) und ein Platz in Lobeda-Ost mit dem so genannten Regenwagen bewässert, der jeweils zwei Stunden über die Fläche läuft. Was tun in diesem Fall? Nachts alle zwei Stunden hinfahren oder gar dafür einen externen Dienst beauftragen?, so fragt sich Thomas Graf.

Im Blick behalten müsse KIJ zudem, dass viele Vereine und Benutzergruppen vor allem abends bis 21, maximal 21.30 Uhr die Plätze nutzen. Die Plätze seien jetzt „teilweise so knüppelhart, dass Unfallgefahr besteht und Totalschaden für die Flächen droht“. Deshalb bleibe für KIJ die Suche nach dem richtigen Maß der Feuchthaltung in diesen hypertrockenen Tagen „ein Tanz auf dem Seil“.

Beredtes Beispiel am Mittwoch: Das Foto entstand auf dem Sportplatz Alfred-Diener-Straße in Lobeda-West. KIJ-Sportstättenmitarbeiter Attila Kunz hatte per Multicar einen kleinen Tank mit Brunnenwasser aus der Oberaue herangekarrt – dort gibt es einen 27 Meter tiefen Brunnen. So konnte er ein wenig die Tor-Strafraumbereiche des Platzes gießen. Jene Flächen sind schon aus fußballerischen Gründen besonders strapaziert.