Fall eines Leiharbeiters liegt beim Arbeitsgericht

Jena.  Am Freitag hatte die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Jena für einen 31-Jährigen eine Kundgebung im Stadtzentrum organisiert. Es geht um eine fehlende Lohnzahlung von knapp 2000 Euro.

Kundgebung in Jena vor der Niederlassung von Akzent Personaldienstleistungen GmbH Jena durch FAU einer Gewerkschaftsföderation für die Interessen und Rechte aller Lohnabhängigen.

Kundgebung in Jena vor der Niederlassung von Akzent Personaldienstleistungen GmbH Jena durch FAU einer Gewerkschaftsföderation für die Interessen und Rechte aller Lohnabhängigen.

Foto: Jens Henning

Um 1909 Euro kämpft seit Ende März ein 31-Jähriger aus Jena. „Das Geld steht ihm aus unserer Sicht zu“, sagte Thomas Möller, Sekretär bei der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) Jena, einer Gewerkschaftsföderation, die sich für die Interessen und Rechte aller Lohnabhängigen einsetzt.

FAU reichte am 27. Mai beim zuständigen Arbeitsgericht in Gera Klage ein gegen den ehemaligen Arbeitgeber des 31-Jährigen, gegen die Akzent Personaldienstleistungen GmbH in Jena. „Wir streben für unser Mitglied einen Gütetermin vor Gericht an“, sagte Möller.

Die knapp 2000 Euro sind Lohnnachforderungen aus den Monaten Januar bis März 2020. Der ehemalige Arbeitgeber sieht das anders. Möller liegt dazu eine Auflistung von Fehlzeiten vor. „Akzent spricht von selbst verschuldeten Fehlzeiten und will deshalb für diese Tage nicht zahlen. Für uns sind die Angaben fraglich, nicht haltbar. Deshalb klagen wir“, sagte Möller.

Am Freitag gab es vor der Jenaer Niederlassung von Akzent die erste Kundgebung. 20 Mitglieder und Sympathisanten versammelten sich und verteilten an dem Stand auf dem Jenaer Markt Info Blätter und Broschüren. Da parallel Markttag war, wurden die 20 Personen von vielen Passanten wahr genommen. Mit vor Ort war auch der 31-Jährige. Eigentlich wäre er, wenn es die Corona-Pandemie nicht gegeben hätte, auf Weltreise. „Die Reise war geplant. Daraus wurde nichts.“

Ein gutes Jahr war er bei Akzent registriert. „Das erste halbe Jahr war ich bei einer Jenaer Firma, dann im Betonwerk in Kahla.“ Die körperlich schwere Arbeit schlug auf seine Gesundheit. Damit begann die Geschichte. Mit der Krankschreibung vom 22. Januar folgte die fristlose Kündigung. Am 31. Januar hatte der ehemalige Leiharbeiter zwei Abmahnungen und die Kündigung in seinem Briefkasten. Die Kündigung wurde mit der Verletzung der Meldepflicht begründet.

Möller, seit zehn Jahren bei FAU aktiv, konnte über diese Praxis im Umgang mit Arbeitnehmern nur mit dem Kopf schütteln. „Wir haben es geschafft, dass Akzent die Kündigung zurück genommen hatte.“ Am 31. März endete das Arbeitsverhältnis des 31-Jährigen. Zwischenzeitlich war er noch für eine andere Firma tätig. „Ich habe Ende März gekündigt“, sagte er.

Bei Akzent Jena kennt man den Fall. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Den Fall klären wir an anderer Stelle. Der junge Mann muss aber wollen, er muss gesprächsbereit sein“, sagte eine Akzent-Mitarbeiterin am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung. Weiter sagte sie, „dass der junge Mann selbst gekündigt hatte.“

Nächste Kundgebung ist bereits beim Ordnungsamt der Stadt angemeldet

Auf die Kundgebung angesprochen, meinte sie, „dass wir, wenn das nötig ist, auf Verleumdung und Rufschädigung klagen. Die Leute, die demonstrieren, wollen nur Krawall.“ Mit Verweis auf den Datenschutz wollte sie keine weiteren Ausführungen machen.

FAU-Mann Möller kündigte an, dass „wir uns bis zum Gütetermin jeden Freitag hier vor der Niederlassung treffen und für unser Mitglied kämpfen.“ Die nächste Kundgebung ist bereits beim Ordnungsamt der Stadt angemeldet.