Fabian Eisele köpft den FC Carl Zeiss Jena zum Pokalsieg

Holger Zaumsegel
| Lesedauer: 5 Minuten
Die Jenaer Mannschaft feiert den Pokalsieg.

Die Jenaer Mannschaft feiert den Pokalsieg.

Foto: Tino Zippel

Gera.  1:0-Erfolg gegen den ZFC Meuselwitz in Gera im Finale vor 4389 Zuschauern. Das Endspiel im Schnellcheck:

Kurzfazit: Trotz miserabler erster Halbzeit hat sich der FC Carl Zeiss Jena im Finale des Thüringer Fußball-Landespokals den Titel gesichert. Dem Favoriten genügte eine gute zweite Halbzeit und ein Standardtor von Torjäger Fabian Eisele zum am Ende dennoch verdienten Sieg.

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Die erste Halbzeit gehört noch klar dem ZFC Meuselwitz. Die zahlreichen Jena-Fans unter den 4389 Zuschauern am Sonnabend im Geraer Stadion der Freundschaft rieben sich verwundert die Augen und mussten nach 45 Minuten attestieren: Das beste ist das Ergebnis! Einen Jenaer Torschuss hatte bis zum Pausenpfiff keiner gesehen, dafür gleich mehrere des Außenseiters von der Schnauder.

Die beste Chance war allerdings ein Zufallsprodukt und erinnerte ein wenig an das HSV-Tor im Relegationsspiel gegen Hertha BSC. Eine Flanke von Nils Miatke senkte sich gefährlich Richtung FCC-Tor, klatschte an den langen Pfosten und von dort in die Arme des scheidenden Zeiss-Keepers Lukas Sedlak (28. Minute). Aber auch Johan Martynets (6.) und Florian Hansch (30.) hatten gute Gelegenheiten für den ZFC, der die Führung durchaus verdient hätte.

Trotz der dürftigen Vorstellung verzichtete Andreas Patz zum Wiederanpfiff auf Wechsel. Auch ZFC-Coach David Bergner vertraute verständlicherweise wieder auf seine elf Spieler, die es bisher so gut gemacht hatten. Immerhin, in der 53. Minute gab es den ersten FCC-Abschluss. Leon Bürger schoss über das Tor von ZFC-Torhüter Jean-Marie Plath. Der FC Carl Zeiss war jetzt deutlich besser im Spiel, offenbar hatte FCC-Coach Patz in der Kabine die richtigen Worte gefunden.

In der 65. Minute rettete Plath per spektakulären Befreiungsschlag in höchster Not vor Jenas Maximilian Krauß. Die Partie wurde jetzt deutlich aggressiver geführt, was sich auch im Unmut beider Trainer mit so mancher Schiedsrichter-Entscheidung widerspiegelte. ZFC-Coach Bergner sah sogar die Gelbe Karte. Die Führung durch Fabian Eisele, der in der 74. Minute eine Ecke von Leon Bürger per Kopf im Tor der Meuselwitzer unterbrachte, hatte sich abgezeichnet. Auch weil der ZFC in der Offensive bis dato nicht mehr stattfand.

Die Meuselwitzer versuchten zwar, noch einmal eine Schlussoffensive zu starten. Aber mehr als ein Schuss von Amer Kadric (86.) brachten die Zipsendorfer nicht mehr zu Stande, so dass sich der FCC über den dritten Pokalsieg in Folge und die Qualifikation für den DFB-Pokal freuen konnte.

Tore: 1:0 Eisele (74.).

Aufstellung: Beide Kapitäne, FCC-Spielführer Bastian Strietzel und ZFC-Anführer René Eckardt, verpassten die Begegnung verletzungsbedingt. Während Eckardt mit Wadenproblemen zu kämpfen hat, verletzte sich Strietzel im Training am Fuß. Ansonsten verzichteten beide Trainer auf Experimente, vertrauten jeweils auf ihre beste Elf.

FC Carl Zeiss Jena: Sedlak - Wolf, Halili, Hehne, Lange - Bürger, Schau – Oesterhelweg (71. Prokopenko), Wolfram, Krauß (90. Drinkuth) – Eisele (85. Dedidis).

ZFC Meuselwitz: Plath - Moritz, Senkbeil, Müller, Miatke - Stenzel - Kadric, Kulke – Trübenbach (86. Bürger), Martynets (79. Jagupov), Hansch (79. Förster).

Finalbilanz: Zweimal standen sich der ZFC Meuselwitz und der FC Carl Zeiss Jena schon im Endspiel gegenüber, zweimal gewannen die Saalestädter – 2012 mit 2:0 und 2015 mit 2:1 n.V. Sieg Nummer drei folgte am Sonnabend.

Das lange Warten auf den Erfolg: „Mittlerweile sind es schon sieben Jahre“, sagte ZFC-Präsident Hubert Wolf mit Blick auf die lange Sieglos-Serie seiner Meuselwitzer gegen den großen Thüringer Rivalen. Auch in der gerade zu Ende gegangenen Regionalliga-Saison gab es für die Zipsendorfer beim 1:3 und 0:2 nichts zu holen. Und der ZFC-Boss muss sich nach dem Finale jetzt noch länger gedulden.

Stadion in Blau: Eine Farbe herrschte im Geraer Stadion der Freundschaft eindeutig vor – die des FC Carl Zeiss. Die Saalestädter konnten sich auf neutralem Platz über Heimspielatmosphäre freuen. Vor der Begegnung gab es sogar einen Marsch der Jena-Fans zum Stadion, außerdem entrollten die Zeiss-Anhänger vor der Begegnung ein riesiges FCC-Emblem.

Prominenter Besuch: Natürlich ließ sich auch die zahlreiche Fußball-Prominenz das Endspiel nicht entgehen. Mark Zimmermann, Bernd Stange, JürgenCroy oder Konrad Weise waren u. a. im Stadion.

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