FC Carl Zeiss Jena II siegt 2:0 über International Leipzig

Jena  Fußball, Oberliga: Matthias Kühne vertrat Christian Fröhlich an der Außenlinie – und das mit Erfolg.

Übernahm das Kommando an der Außenlinie: Matthias Kühne.

Übernahm das Kommando an der Außenlinie: Matthias Kühne.

Foto: Peter Poser

Personell ist einiges los bei den Zeiss-Youngstern derzeit. Aber nicht nur auf dem Spielfeld. Letzte Woche war der langjährige Ex-Kapitän Andre Schmidt plötzlich aushilfsweise Mannschaftsbetreuer und Fahrer. Diesmal gab es gegen International Leipzig wieder ein neues Gesicht auf der Trainerbank. Matthias Kühne, als Spieler der Ersten unter Vertrag, durch den Kreuzbandriss in der letzten Saison allerdings immer noch Rekonvaleszent, hatte das Coaching der Reservemannschaft in dieser Woche übernommen, nachdem Trainer Christian Fröhlich wegen der Entlassung von Lukas Kwasniok als Interimstrainer zu den Profis hochgezogen worden war: „Ganz neu war der Umgang mit den Nachwuchsspielern für mich nicht. Nach meiner Verletzung hatte ich das Training des Nachwuchses, soweit in der Reha möglich, schon seit Saisonbeginn unterstützt. Vielleicht wird irgendwann nach meiner Karriere mal mehr daraus. Angedacht ist es.“ Am Ende des gewonnen Spiels gegen International Leipzig bedankte sich der 32-Jährige beim Team, dass ihm gefolgt war.

Bis das richtig funktionierte, dauerte es allerdings ein wenig. In der ersten Spielhälfte waren die Gäste wesentlich zielstrebiger. Jenas Keeper Sedlak musste seine Mannschaft wiederholt im Spiel halten, parierte unter anderem einen Schuss aus zehn Metern (18.) von Moutsa, hatte Glück, dass Kim per Kopf nur die Latte traf (35.). Als Kühne in der Halbzeitpause nachjustierte, beherzigten das seine Jungs. Nachdem der Leipziger Arlind Shoshi, noch gut bekannt als Akteur der Jenaer Oberligamannschaft, zweimal hintereinander an Torhüter Sedlak gescheitert war, drehte sich die Partie (52.). Die Gastgeber hatten eine Großchance ausgelassen, als Pagliuca flankte und Käuper einen Schuss antäuschte, sich die Kugel aber von rechts auf links legte, um anschließend ganz knapp vorbei zu zielen (48.). Pagliuca selbst besorgte dann die 1:0-Führung (65.) der Zeiss-Elf. Weiß schickte ihn aus der Drehung auf die Reise, cool schloss der Torschütze ins kurze Eck ab. Es passte außer dem Ball kein Blatt Papier weiter zwischen Pfosten und Schlussmann.

Nicht nur für den Treffer bekam er von Trainer und eigentlich Mannschaftskamerad Matthias Kühne Lob gezollt: „Wie auch Ole Käuper hat Pagliuca die harte Entscheidung und Rückstufung in die Zweite professionell verkraftet, in Training und Spiel gute Leistungen abgeliefert.“ Vielleicht haben sie unter einem neuen Trainer, wenn die Karten neu gemischt werden, bald wieder die Chance, oben anzugreifen.

Weiter angreifen war auch das Motto der Kollegen. Zeiss II ließ nach dem Führungstreffer nicht nach. Belohnung war das 2:0 (72.). Förster fing eine Spieleröffnung des Leipziger Torhüters ab, schoss nicht selbst, sondern setzte Vasileios Dedidis ein, der in der Box eiskalt flach verwandelte. Endgültig den Deckel hätte Weiß drauf machen können. Anstatt den mitgelaufenen Dedidis zu bedienen, versuchte er es selbst, scheiterte (74.). Auch die Gäste hatten einen Unglücksraben. Shoshi meckerte kurz vor Schluss erneut beim Schiedsrichter, sah prompt die zweite Gelbe - Gelb-Rot (89.).

So richtig freuen konnte sich Matthias Kühne über den Erfolg nicht. Zeitgleich verloren seine Mannschaftskameraden aus der Ersten nach zeitweise gutem Spiel wie so oft in der Endphase in Kaiserslautern: „Man fühlt natürlich mit. Eine solch schmerzliche Durststrecke hat wohl noch keiner vorher mitgemacht.“ Frühestens nach der Winterpause kann er wieder mithelfen zu retten, was dann hoffentlich noch zu retten ist.

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