FCC-Kolumne: Über Boxkämpfe, Scheibenwischer und die Scheu vor des Gegners Tor

Jena  Nur der FCC – der Wochenrückblick: OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch auf der Suche nach Blutgrätschen, Abseitsfallen und Seitfallziehern.

Benjamin Kessel erzielt gerade für Eintracht Braunschweig das erste Tor. Am Ende hieß es 0:2 aus Jenaer Sicht

Benjamin Kessel erzielt gerade für Eintracht Braunschweig das erste Tor. Am Ende hieß es 0:2 aus Jenaer Sicht

Foto: Sascha Fromm

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Erst drei Spieltage sind in der Dritten Liga gespielt. Und schon liegen die Nerven blank. „Krise im Paradies“ oder „Am Boden“. Die Schlagzeilen für den FC Carl Zeiss Jena waren in der zurückliegenden Woche wenig freundlich. Kann auch nicht anders sein. Mit drei Niederlagen zum Auftakt hat sich der glorreiche FCC erstmal den letzten Tabellenplatz gesichert – ohne jeden Punkt. So schlecht ist man noch nie in die dritte Liga gestartet.

Während ich noch nach Blutgrätschen Ausschau halte, also einem energischen Zugriff auf den Gegner, macht Assistenz-Trainer Lucca Strolz den Scheibenwischer in Richtung pfeifende Haupttribüne. Dafür hat er sich entschuldigt, verspricht, dass sich das nicht wiederholt. Schwamm drüber.

Im Heimspiel gegen Braunschweig wäre allerdings in Richtung Mannschaft ein emotionaler Weckruf hilfreich gewesen. Die Jenaer Trainer-Legende Bernd Stange beschrieb im Pauseninterview das Dilemma, wie es sich schon im Heimspiel gegen Ingolstadt abzeichnete. Es fehlt der Mannschaft der Zug zum Tor. Da ist kein Biss erkennbar, unbedingt mehr Tore als der Gegner erzielen zu wollen. Das ist übrigens nicht allein Aufgabe von Stürmern. Mittelfeldspieler, aufrückende Außen und bei Standards auch Innenverteidiger, dürfen tatsächlich Tore erzielen. Die Scheu der FCC-Spieler vor der gegnerischen Box war bereits in der Vorsaison das Kernproblem. Eine mentale Trainingsaufgabe.

Im kurzen Gespräch mit der OTZ erinnerte Stange auch daran, dass es sich bei der dritten Liga um Profifußball handelt. Das verpflichtet nicht nur das Trainerteam, sondern vor allem die Mannschaft. Wenn die am Sonntag beim Auswärtsspiel in Zwickau wieder einen großen Bogen um gegnerische Spieler und des Gegners Kasten macht, sollten die Videoaufzeichnungen mit Boxkämpfen aus der Vorbereitungsphase bald gezeigt werden. Die waren ja für schlechte Zeiten gedacht. Mit diesen ist der FCC nun in die Saison gestartet. Das macht optimistisch. Denn vor der Mannschaft kann dann nur noch Gutes liegen.

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