Fräulein Meier macht Jena erst lebenswert

Thomas Beier
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In der Wagnergasse begann der Gründer-Stadtrundgang bei dem etwas anderen Fachgeschäft "Fräulein Meier".

In der Wagnergasse begann der Gründer-Stadtrundgang bei dem etwas anderen Fachgeschäft "Fräulein Meier".

Foto: Thomas Beier

Jena.  Bei einem etwas anderem Stadtrundgang haben Gründerbegleiter gezeigt, dass Jena mehr ist als eine Lichtstadt

Einen etwas anderen Stadtrundgang hat es auf Einladung der Gründerbegeleitung ThEx Enterprise in Jena gegeben. Statt um die Herren Schott, Zeiss und Abbe ging es diesmal um das Geschäft Fräulein Meier, eine Suppenbar oder die Jungs von Soyuz. Ziel war es, zu zeigen, dass Jena mehr ist als Lichtstadt, Universitätsstadt oder High-Tech-Standort.

„Die vielen Gründungen, die nicht in diese Branchen fallen, machen unsere Stadt lebens- und liebenswert“, sagte Projektkoordinatorin Katharina Heinecke. Mehre Stadträte schlossen sich dem Rundgang an, der von der Wagnergasse über den Markt zur Ballhausgasse bis in den Norden führte.

Besucht wurde das Eislabor von „Handeis“. Ferner Frauen, die gemeinsame Werte mit ihrem Geschäft „Ketzal“ leben. Gründer können Sozialwissenschaftler sein, die als als freiberufliche systemische Berater arbeiten oder Tanzbegeisterte, die ihre eigene Tanzschule wie die „führbar“ im umgebauten Güterbahnhof am Saalbahnhof betreiben. ThEx Enterprise gab der örtlichen Politik zwei, drei Anliegen mit. Einmal die Bitte, bei allen Stadtplanungen auch erträgliche Gewerbemieten im Blick zu haben, die sich nicht nur gestandene Unternehmen oder Ketten leisten können. „Das beste Auto nützt nichts, wenn man kein Geld mehr für Benzin hat“, sagte Gründungsbegleiter Swen Köcher.

Was bewegt Gründer in Jena?

Was es im Hightech-Bereich und den Gründerzentren gebe, nämlich Mietnachlass in den ersten Jahren, könne auch andere Branchen enorm befördern. Beim künftigen Eichplatz setzt die Stadt auf einen kleinteiligen Branchenmix, wie Stadträte beim Rundgang berichteten. Die Gründungsbegleiter hörten es wohl.

Informationen bündeln

Außerdem gibt es bei Gründern den Wunsch nach einer kommunalen Ansprechstelle, die ihnen die wichtigsten Fragen kompakt beantwortet. Das muss keine Person sein, aber etwa eine Interntestseite, auf der Kontakte und Adressen in Ämtern und Behörden aufgelistet sind, die ich vor einer Geschäftsgründung ansprechen muss. Die kniffligen Themen reichen da bis zur Außenbestuhlung. Da wünscht sich mancher Gründe übrigens weitere Lockerungen in Jena: Kann es nicht eine Saisongenehmigung geben, statt der ganzjährigen Abbuchungen. Um im Autobild zu bleiben, also ein Saisonkennzeichen für Freiluft-Tisch und -Stuhl.

Zum Stadtrundgang soll es eine Fortsetzung geben, dann voraussichtlich in einer noch kompaktere Form als Dreigangmenü statt als Stadtrundgang mit wie bei der Premiere mit sechs Stationen.

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