Wie Jenas Fuchsturmwirt ums Überleben in der Coronakrise kämpft

Jena.  Glückwünsche vorm Bratwurststand am Jenaer Steinkreuz

Glückwünsche überbrachten Gerhard Endres (rechts) und Ilona Hofmann (l.) an den Fuchsturmwirt Thomas Moenke und seine Frau Cordula für ihr Zehnjähriges auf dem Berg. 

Glückwünsche überbrachten Gerhard Endres (rechts) und Ilona Hofmann (l.) an den Fuchsturmwirt Thomas Moenke und seine Frau Cordula für ihr Zehnjähriges auf dem Berg. 

Foto: Michael Groß

Es ist ähnlich wie im ersten Lockdown im Frühjahr: Die Leute zieht es hinaus in die Natur. So waren auch am Sonntag trotz des schlechten Wetters wieder viele Menschen unterwegs auf den Jenaer Bergen. Besonders lohnend erschien das am Steinkreuz oberhalb von Ziegenhain. Dort hatte der Wirt vom Fuchsturm, Thomas Moenke, nun schon das dritte Wochenende sein Zelt aufgeschlagen und hielt Bratwürste, Brätel und frische Waffeln für die Vorbeikommenden bereit. Übrigens als einziger Wirt der Jenaer Berge.

Es sei halt das Einzige, was ein Gastronom derzeit machen könne, sagt Moenke: Essen zum Mitnehmen. Sein Lokal am Fuchsturm ist dicht. Doch müsse man etwas tun, um zu überleben und den Leuten zu sagen: Es geht weiter, wir müssen nur die Durststrecke überwinden.

Das unterstützt auch die Fuchsturm-Gesellschaft, deren Pächter Moenke ist. Ihr Vorsitzender Gerhard Endres war am Sonntag gemeinsam mit Ilona Hofmann und Tino Rödiger vom Vereinsvorstand zum Zelt von Moenke gekommen, um ihm Dank zu sagen für seinen Initiativgeist. Und nicht nur das: Sie gratulierten ihm auch für sein Zehnjähriges als Fuchsturmwirt. Tatsächlich war es der 21. November 2010, als Moenke das traditionsreiche Berglokal nach der Sanierung eröffnete. Und er hat es bis heute nicht bereut, sagt er. Es sei eine gute Entscheidung gewesen, auch wenn ihm einige abgeraten hatten. Ilona Hofmann unterstreicht: „Wir und der Wirt mit seinem Team bilden eine Symbiose. Die Fuchsturm-Gesellschaft kann nur weiter bestehen, wenn auch der Wirt diese schwere Zeit übersteht. Und umgekehrt ist es genauso."

Dabei tue es gerade jetzt sehr weh, nicht aufmachen zu können, sagt Cordula Moenke, die Frau des Wirts. November und Dezember seien mit den Weihnachtsfeiern wichtige Standbeine, um die dünnen Monate Januar und Februar auszugleichen. Auch für die Weihnachtsfeiertage sei man bei Mittagessen schon ausgebucht. Man habe erst mal noch niemandem abgesagt, obwohl alles unter Vorbehalt stehe.