Jenaer Jobticket soll attraktiver werden

Jena.  Linke und FDP setzen sich im Jenaer Stadtrat für die Absenkung der Mindestabnahme-Menge für das Jenaer Jobticket ein. Bisher müssen sich in einer Firma mindestens zehn Abnehmer finden.

Das Jobticket des VMT.

Das Jobticket des VMT.

Foto: Foto: Florian Girwert

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Beim Jobticket zeichnen sich neue Koalitionen im Stadtrat ab. Linkspartei und FDP bringen am Mittwoch, 22. Januar, eine gemeinsame Vorlage ein, die darauf abzielt, das Jobticket attraktiver zu machen. Zunächst hatten die Fraktionschefs Lena Saniye Güngör (Linke) und Alexis Taeger eigene Anträge gestellt.

Ein Jobticket ist eine Monatskarte für Bus und Bahn, die der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern gibt. Das ist für beide Seiten interessant, weil auf das Jobticket keine Steuern und Sozialabgaben anfallen. Außerdem gewährt der Nahverkehr Firmen Rabatt, weil sie eine größere Menge abnehmen. Vom Verkehrsverbund ist momentan eine Mindestabnahmemenge von zehn Jobtickets pro Betrieb vorgesehen.

Die Linkspartei wollte das Ticket zunächst insbesondere für Freie Träger zugänglich machen, die überwiegend im sozialen Bereich Leistungen für die Stadt erbringen. Der FDP geht es insbesondere um mittelständische Unternehmen, die oftmals weniger als zehn Mitarbeiter haben und so bisher das Ticket nicht abrufen können.

3000 kleinere Unternehmen in Jena, die das Jobticket nicht nutzen können

Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik besagen, dass es in Jena etwa 3000 kleinere Unternehmen gibt, die das Jobticket bisher nicht nutzen können. 85 Prozent der hiesigen Firmen haben einen bis neun Mitarbeiter.

Der VMT begründete die Mindestabnahmemenge gegenüber der Redaktion damit, dass sich der eingeräumte Rabatt dadurch ergibt, dass Vertriebs- und Verwaltungskosten eingespart werden. Mit zehn Tickets zeige der VMT bereits Entgegenkommen, da die ursprüngliche Zahl bei 20 lag.

Andererseits gibt es zum Beispiel in Berlin-Brandenburg das Jobticket bereits ab fünf Mitarbeitern mit zum Teil noch höheren Rabatten, als diese in Thüringen derzeit üblich sind.

Die Zeitung hatte zuletzt über einen Handwerker berichtet, der den Aufwand beschrieb, seine Mitarbeiter individuell mit Monatskarten auszustatten. Er hatte damit auch Mehrkosten, die bei Bank und Steuerbüro für die zahlreichen Einzelabbuchungen vom Nahverkehr entstehen.

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