Gönnataler Freizeitfußballer fordern Turnhallen-Neubau in Stiebritz

Marcus Voigt
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Torsten Schmidt (von links), Uwe Witaseck und Mario Engelhardt vom Vorstand des FFV Kicker's 89 Gönnatal hoffen auf einen schnellen Turnhallen-Neubau in Stiebritz.

Torsten Schmidt (von links), Uwe Witaseck und Mario Engelhardt vom Vorstand des FFV Kicker's 89 Gönnatal hoffen auf einen schnellen Turnhallen-Neubau in Stiebritz.

Foto: Marcus Voigt

Lehesten.  Die Gönnataler Freizeitfußballer fordern einen schnellen Ersatz für die gesperrte Turnhalle in Stiebritz. Ansonsten sehen sie das Vereinsleben gefährdet

Das Warten auf einen Turnhallen-Neubau in Stiebritz sorgt nicht nur an der dortigen Grundschule „Talblick“ für viel Frust, sondern auch bei zahlreichen Vereinen im Gönnatal. Besonders die Freizeitfußballer des FFV Kicker’s 89 Gönnatal beklagen die Situation, fehlt ihnen aufgrund der seit dem vergangenen Jahr andauernden Sperrung der maroden Turnhalle doch eine wichtige Trainingsmöglichkeit.

„Die Situation ist eine große Enttäuschung für das ganze Gönnatal“, sagt Mario Engelhardt vom Vorstand des Vereins. Während die etwa 30 Mitglieder des FFV Kicker’s 89 Gönnatal im Frühjahr und Sommer auf dem Sportplatz in Lehesten trainieren können, sind sie im Spätherbst und Winter auf die Halle in Stiebritz angewiesen. „Wir haben alle Lust, unseren Sport auszuüben, aber müssen im langen Winterhalbjahr dann wohl Däumchen drehen. Wir trainieren immer dienstags 18.30 Uhr, da ist es im Winter natürlich draußen dunkel. Früher anfangen ist keine Option, weil es dann viele wegen der Arbeit nicht schaffen“, sagt Uwe Witaseck, der ebenfalls zum Vereinsvorstand gehört.

Drei Generationen trainieren zusammen

Eine wirkliche Hallen-Alternative gebe es für die Gönnataler Fußballer indes nicht. „In Jena und Dorndorf-Steudnitz sind die Hallen durch Vereine belegt. Golmsdorf wäre eine vertretbare Variante, da muss man aber auch wegen der Zeiten schauen. Um 21 Uhr brauchen wir nicht mehr anzufangen“, sagt Mario Engelhardt.

Wie sein Vorstandskollege Torsten Schmidt sagt, hätten Trainingsversuche in anderen Hallen gezeigt, dass die Beteiligung sinkt. „Da kommen wegen des Fahrtweges halt nur 8 statt 16“, so Schmidt. Besonders bitter sei das, weil der FFV Kickers 89 Gönnatal „drei Generationen fließend vereint“, wie Mario Engelhardt sagt. Die jüngsten Mitglieder seien 14 Jahre alt, die ältesten etwa 60 Jahre. „Wir sind eine eingeschworene Truppe, selbst Studenten aus Jena kommen zu uns, um mitzuspielen. Neben dem Sport ist uns auch das Zwischenmenschliche wichtig“, so Engelhardt.

Im Verein gebe es nun die Sorge, dass dieser Zusammenhalt verloren geht, wenn aufgrund der Turnhallen-Situation in Stiebritz die Trainingsmöglichkeiten in der dunklen Jahreszeit stark eingeschränkt sind. „Es schleicht sich langsam ein, dass immer weniger kommen. Die Leute dann wieder zu aktivieren, wenn es irgendwann mal eine neue Halle gibt, wird schwer“, sagt Engelhardt.

Fördermittel kommen vorerst nicht

Wie Uwe Witaseck und Torsten Schmidt betonen, seien zahlreiche kleine Vereine der Region in der gleichen Situation, etwa der TSV 1860 Dornburg. „Wir wollen das Anliegen eines Neubaus unterstützen, weil es uns einfach interessiert, wann wir Vereine da wieder trainieren können“, so Witaseck.

Das Thüringer Bildungsministerium stellt in diesem Jahr, anders als ursprünglich geplant, dem Saale-Holzland-Kreis keine Fördermittel für einen Turnhallen-Neubau an der Grundschule Stiebritz bereit, wie Recherchen dieser Zeitung ergeben hatten. Der Sportunterricht der Grundschule findet seitdem unter laut Schule unzureichenden Bedingungen im Gemeindesaal Nerkewitz statt.

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