Golmsdorf: Geld für Kindergarten wird gebraucht

Golmsdorf  Drei Fragen an Peter Ganß, Bürgermeister von Golmsdorf.

Peter Ganß ist Bürgermeister von Golmsdorf.

Peter Ganß ist Bürgermeister von Golmsdorf.

Foto: Angelika Schimmel

Ortsjubiläen und Dorffeste sind ausgefallen, auch die normale politische Arbeit in den Gemeinden läuft derzeit unter erschwerten Bedingungen. Trotzdem werden Pläne geschmiedet im Saale-Holzland. Wir baten den Golmsdorfer Bürgermeister Peter Ganß um einen kurzen Rückblick und Ausblick für 2021.

Was beschäftigt Sie gerade sehr?

Großen Ärger haben wir immer noch wegen des Zwischenfalls vom März 2020 an der Gleise, als aus einem übergelaufenen Tank der Nausnitzer Agrargenossenschaft riesige Mengen Gülle in unseren Bach geflossen waren. Der gesamte Fischbestand wurde damals vernichtet, der Bachlauf ist bis heute verunreinigt. Und wir haben auf unsere Beschwerden und Anfragen vom Umweltamt und vom Kreis keine befriedigenden Antworten erhalten. Unverständnis und Verärgerung darüber sind groß, beim Anglerverband wie auch in der Gemeinde. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Landrat und eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen das Umweltamt von mir laufen noch.

Was hat sich die Gemeinde für das neue Jahr vorgenommen?

Unser Haushalt ist beschlossen, samt 185.000-Euro-Kredit für ein neues Feuerwehrfahrzeug. Das sollte eigentlich im Frühjahr in Dienst gestellt werden. Wir hoffen, dass es trotz Corona rechtzeitig geliefert wird. Das Werk ist in Görlitz und dort sind viele polnische Mitarbeiter beschäftigt. Für die Fördermittelabrechnung, 60.000 Euro übernimmt das Land, haben wir noch einmal zwei Monate Aufschub bis Juni bekommen.

Zweiter Schwerpunkt ist unser Kindergarten. Der kostet uns inzwischen 550.000 Euro pro Jahr, gut 150.000 Euro davon zahlt die Gemeinde. Aber er ist bestens ausgelastet, wir haben im vergangenen Jahr mehr Plätze für die Jüngsten geschaffen, können jetzt 55 Kinder betreuen. Für etwa ein Drittel der Kinder wird aktuell die Notbetreuung abgesichert. Investieren wollen wir außerdem für die Instandsetzung von zwei landwirtschaftlichen Wegen und die Fenster im Rathaus.

Golmsdorf will mit anderen Gemeinden wieder in die Dorferneuerung?

Ja, wir wollen uns gemeinsam um Aufnahme in das Förderprogramm der Dorferneuerung bewerben, um verschiedene Projekte zur touristischen Erschließung des Gleistales anschieben zu können. Unter anderem machen Großlöbichau, Graitschen, Neuengönna und Jenalöbnitz mit. Es geht um neue Radwege, einen Parkplatz und die Dorfplatzgestaltung. Der entsprechende Antrag soll bis 15. Januar gestellt werden. Die Gemeinden haben dafür bereits Beschlüsse gefasst und Projekte vorgeschlagen. Dann hoffen wir, dass wir in das Programm aufgenommen werden.