Golmsdorf: Großes Dankeschön für Erzieherinnen vom Landeschef

Golmsdorf.  Weil ihre Eltern Polizisten sind, bei Gericht oder Müllabfuhr arbeiten, waren besonders viele Pumuckl-Kinder in Golmsdorf in der Notbetreuung.

Ministerpräsident Bodo Ramelow besuchte am Montag den Kindergarten "Pumuckl" in Golmsdorf. Er war gekommen, um dem Team von Kita-Leiterin Sandra Diller (hinten Mitte) - stellvertretend für die vielen engagierten Erzieherinnen im Land - Dank zu sagen für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie. 

Ministerpräsident Bodo Ramelow besuchte am Montag den Kindergarten "Pumuckl" in Golmsdorf. Er war gekommen, um dem Team von Kita-Leiterin Sandra Diller (hinten Mitte) - stellvertretend für die vielen engagierten Erzieherinnen im Land - Dank zu sagen für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie. 

Foto: Angelika Schimmel

Die Knirpse im Kindergarten „Pumuckl“ in Golmsdorf haben anderen Kinder im Land etwas voraus: Nikolaus hatte ihnen am Sonntag schon jede Menge Süßigkeiten und kleine Geschenke in die Stiefel gesteckt. Und dann gab es am Montagvormittag für alle gleich noch einmal Geschenke. Die brachte der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) höchst selbst in den Kindergarten im Gleistal. Den Besuch dort hatte der Regierungschef genutzt, um Kindergartenleiterin Sandra Diller und ihrem Team – stellvertretend für tausende Kindergärtnerinnen im gesamten Freistaat Dank zu sagen für ihr außerordentliches Engagement in der Corona-Pandemie.

„Die Erzieherinnen und Erzieher, aber auch das andere Personal in den Kindereinrichtungen, von der Küchenfrau bis zum Hausmeister, der die Objekte in Schuss hält, haben in einer schwierigen Zeit Großartiges geleistet“, sagte Ramelow. In den harten Wochen des ersten Lockdown sei es überall gelungen, eine gute Notbetreuung zu organisieren für jene Kinder, deren Eltern im Beruf unabkömmlich waren. Damit seien die Eltern entlastet worden und die Kinder seien auch unter schwierigen Bedingungen gut betreut worden.

Dass dabei die Golmsdorfer Einrichtung mit 30 Prozent die höchste Betreuungsquote aller Kindergärten im Saale-Holzland-Kreis erreicht hatte, berichtete Bürgermeister Peter Ganß. Sandra Diller und ihren acht Kolleginnen sei es gelungen, die Kinderbetreuung seit März durchgängig ohne Schließzeit zu gewährleisten. „Auch Kolleginnen, die selbst Kinder haben und für deren Betreuung sorgen mussten, hatten durch gute Abstimmung mit ihren Ehepartnern die Dienstzeiten im Kindergarten abgesichert“, lobte Ganß das Team des gemeindeeigenen Kindergartens.

Den lässt die Gemeinde sich etwas kosten. Zuletzt wurde im Haus für mehr als 10.000 Euro umgebaut, um mehr Platz für die Jüngsten zu bekommen. So konnte die Zahl der Kinder auf 55 erhöht werden. „Wir beherbergen hier Mädchen und Jungen aus drei Dörfern im Gleistal, haben dafür eine Vereinbarung mit Löberschütz und Jenalöbnitz getroffen, die keine eigenen Kindergärten mehr haben“, berichtete Ganß. Weil sowohl in Golmsdorf als auch den anderen beiden Dörfern immer mehr junge Familien mit Kindern wohnen, platzt der Kindergarten schon wieder aus allen Nähten. Doch für einen An- oder Neubau hat die Gemeinde kein Geld. „Wir geben jedes Jahr rund 600.000 Euro für den Kindergarten aus, ein halbe Million machen allein die Personalkosten aus. 150.000 Euro zahlt davon die Gemeinde, der Rest speist sich aus Zuweisungen des Landes und Elternbeiträgen.“ Doch für den Bürgermeister ist klar: Das ist gut angelegtes Geld.

Mit Blick auf das sich nicht entspannende Covid-Infektionsgeschehen im Land plädierte Bodo Ramelow trotzdem für die weitere Öffnung der Kindergärten und Schulen. „Kinder brauchen gerade in so schwierigen Zeiten den sozialen Kontakt zu Gleichaltrigen“, sagte er. Auch habe die Erfahrung aus dem ersten Lockdown gezeigt, dass Eltern oft überfordert seien, wenn sie zu Hause die Arbeit von Erzieherinnen und Pädagogen mit übernehmen müssten. Wenn in den Einrichtungen Hygienekonzepte gut umgesetzt würden, sehe er die Kinder gut geschützt vor Infektionen. „Kindern kann man die AHA-Regeln spielerisch schon frühzeitig vermitteln“, ist Ramelow überzeugt. Von Sandra Diller kommt die Bestätigung. „Unsere Kinder sind mit der Situation sehr gut klar gekommen, sie wissen gut Bescheid über das Virus, offensichtlich haben die Eltern sie gut vorbereitet. Dass Abstand halten, Händewaschen und Verzicht aufs Händeschütteln wichtig sind, um gesund zu bleiben, das akzeptieren unsere Kinder“, erklärte sie.