Haushalt von Gemeinden genehmigt

Dornburg-Camburg.  Im Rathaus von Camburg werden viele Verwaltungsaufgaben für die Dörfer ringsum erledigt. Das geht nicht zum Nulltarif.

Carl Krumbholz, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg, freut sich über die Zustimmung der  Gemeinschaftsversammlung zum Haushalt 2020.

Carl Krumbholz, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg, freut sich über die Zustimmung der Gemeinschaftsversammlung zum Haushalt 2020.

Foto: Angelika Schimmel

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Im Rathaus von Camburg werden viele Verwaltungsaufgaben für die Dörfer und die dort lebenden Menschen ringsum erledigt. Das Spektrum reicht von Beratung in und Genehmigung von Bausachen über Fördermittelanträge, das Meldewesen bis zur Kfz-Anmeldung und das Eintreiben von Hundesteuern. Die Kämmerei der VG-Verwaltung hilft den Gemeinden bei der Aufstellung ihrer Haushaltspläne oder von Konzepten zur Konsolidierung angeschlagener Finanzen, das Ordnungsamt kümmert sich um Parkplätze und -sünder. Dabei ist das Team der VG-Verwaltung mit 26 Mitarbeitern, von denen nicht alle volle 40 Wochenstunden arbeiten, kein großes. Doch dessen Arbeit gibt es nicht zum Nulltarif. Finanziert werden Verwaltungstätigkeit und Serviceleistungen über Gebühren und Steuereinnahmen – und über die VG-Umlage. Berechnet wird die pro Kopf der Einwohner. Bisher wurden dafür 114 Euro fällig, im kommenden Jahr müssen die Gemeinden jedoch 119 Euro pro Einwohner berappen. Ihre Zustimmung haben die Vertreter der Gemeinden dazu auf der Gemeinschaftsversammlung gegeben. Die höhere Umlage ist Teil des 2020er Haushaltes, über den das Gremium abgestimmt hat, nicht einstimmig, aber mehrheitlich mit zwei Gegenstimmen.

Die Zustimmung sei allen nicht leicht gefallen, erklärte VG-Chef Carl Krumbholz. Jedoch hätten sie eingesehen, dass der finanzielle Mehrbedarf vor allem den Investitionen in neue Technik für die weitere Digitalisierung der Verwaltungsarbeit geschuldet sei. „Wir haben natürlich auch zugesagt, mittelfristig in der Verwaltung beim Personal Geld einzusparen. Dies soll durch Nichtwiederbesetzung von zwei Stellen passieren, die in den nächsten Jahren frei werden, wenn Mitarbeiter in den Ruhestand gehen“, berichtete er. Auf diese Weise könnten mittelfristig rund 100.000 Euro gespart werden.

In manchen Fällen seien der VG jedoch die Hände gebunden, wenn es um Kostengestaltung gehe. Als Beispiel nannte er Aufgaben des Pass- und Meldewesens, die den Kommunen vom Bund übertragen worden seien. „Die Erstellung von Personalausweisen und Pässen für Bürger unter 24 Jahren ist nicht kostendeckend möglich. An Gebühren festgelegt sind für Ausweise 22,80 Euro, wovon 22,78 Euro an die Bundesdruckerei abzuführen sind. Bei Pässen wird es ganz und gar ein Zuschussgeschäft, die vom Antragsteller zu zahlende Gebühr beträgt 37,50 Euro, an den Bund abführen müssen wir jedoch pro Pass 38,47 Euro“.

Weitere Sparmöglichkeiten sieht der VG-Vorsitzende durch enge Kooperation mit anderen Gemeinden im Landkreis im Bereich von Rechentechnik und Rechnungswesen. „Es gibt in der Nachbarschaft Gemeinden, die mit der gleichen Software wie wir arbeiten, hier lässt sich durch Kooperation, etwa bei Schulungen oder Anschaffungen Geld sparen“, erklärte Krumbholz den Gemeindevertretern. Schließen sich die Gemeinden gar zu einer Arbeitsgemeinschaft Digitalisierung zusammen, können sie Fördermittel beim Land beantragen. „50 Prozent der Software-Lizenzkosten und 80 Prozent der Dienstleistungskosten werden da gefördert“. Dieser Geldsegen ist jedoch nur gemeinsam zu erlangen. „Wir haben Kontakt zu potenziellen Partnern aufgenommen, die das Projekt jedoch erst noch mit ihren Gemeindevertretern besprechen müssen. Die Dornburg-Camburger VG-Vertreter jedenfalls haben ihr „Okay“ dazu bereits gegeben.

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