Hilfe, die wirkt

Jena  In der kommenden Woche startet wieder die Aktion „Jena bowlt“. Die Roma Bowlers wollen in diesem Jahr den Interessenverband Kinderdialyse Jena unterstützen.

Jena bowlt: Und das zur hellen Freude von Ulrike John. Auch die Ärztin will mitmachen, Strikes werfen – was wiederum Tom Freygang von den Roma Bowlers freut. Schwester Frederike (links) hat schon mal die Klinikflure ausgemessen – vielleicht lässt es sich ja dort prima üben ...Fotos: Michael Ulbrich

Jena bowlt: Und das zur hellen Freude von Ulrike John. Auch die Ärztin will mitmachen, Strikes werfen – was wiederum Tom Freygang von den Roma Bowlers freut. Schwester Frederike (links) hat schon mal die Klinikflure ausgemessen – vielleicht lässt es sich ja dort prima üben ...Fotos: Michael Ulbrich

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Das Projekt, um das es schlussendlich gehe, helfe nierenkranken Kindern; jenen, die an der Dialyse seien, wie es Dr. Ulrike John, die ärztliche Leiterin des Nierenzentrums der Uniklinik erklärt. Und sie sei dankbar, dass an sie gedacht wurde – Tom Freygang lächelt. Der Organisator des traditionsreichen Projektes „Jena bowlt“ ist eben einer, der gern hilft. In diesem Jahr gehen 70 Prozent der Erlöse aus der Aktion eben an jenen Verein, den Interessenverband Kinderdialyse Jena. Den Rest will der Bowling-Verein selbst für die Förderung der eigenen Talente nutzen. Vom 10. bis 15. August steigt „Jena bowlt“ im Bowling Roma.

Täglich können alle Jenaer zwischen 17 und 20 Uhr ihr Glück auf den Bahnen probieren. 20 Wurf aufs volle Bild gilt es zu absolvieren. „Und jeder Strike, der geworfen wird, füllt die Spendenkasse“, sagt Freygang. Bis jetzt hat er 8,20 Euro zusammen – von vielen kleinen Unternehmen aus Jena und der Region, die mit 50 Cent oder einem Euro die Aktion unterstützen. Freygang gibt zu, dass er gern den Betrag noch etwas höher sehen würde – wer sich also nun berufen fühlt, zu helfen, dürfe sich gern melden, bemerkt der passionierte Bowler und lacht. Los geht es am kommenden Samstag mit dem Firmencup – die Unternehmen schicken ihre Teams auf die Bowlingbahn – auch die Nephrologie wird in diesem Jahr vertreten sein, wie John erzählt. Sie selbst habe sich tatsächlich auch schon einmal mit der Bowlingkugel probiert – und es habe gar nicht so schlecht ausgesehen. Die Krankenschwestern werden ebenfalls vor Ort sein – zum Üben wurde spaßeshalber schon einmal der lange Gang im Krankenhaus vermessen.

Den Termin will Ulrike John auch nutzen, um über die Arbeit auf ihrer Station zu erzählen; aufzuklären, was man da eigentlich mache und was es für ein Kind und seine Familie bedeutet, auf die Dialyse angewiesen zu sein. „Bei der Blutwäsche sind die Kinder dreimal in der Woche für fünf Stunden bei uns. Dazu kommt die An- und die Abfahrt. Einige kommen aus Hof, Naumburg. Der Aufwand für die Kinder ist immens“, sagt John. Aber auch die zweite Möglichkeit, die der Bauchfelldialyse sei nicht ohne. „Das geht die ganze Nacht. Das bedeutet, dass die Eltern ihre Kinder abends vor dem Schlafen an die Maschine anschließen und morgens wieder ab“, sagt John. Die Folge für die Kinder sei gravierend. „Man ist eingeschränkt, kann nicht einfach auf eine Party gehen oder sich bis spät abends mit Freunden treffen. Deswegen haben viele der betroffenen Kinder auch einen kleineren Freundeskreis. Aber auch die Eltern müssen mit den gleichen Einschränkungen leben“, erklärt die Ärztin. Genau da setze aber der Verein an, der in diesem Jahr von den Bowlingfreunden unterstützt wird. Jedes Jahr, so erzählt es John, organisiere man eine Ausfahrt für die Kinder und Jugendlichen, die in diesen Tagen in die Sächsische Schweiz führe. Ärztliche Betreuung und die Möglichkeit der Dialyse vor Ort ist inkludiert – und ohne Eltern! „Denn die brauchen auch mal Urlaub“, wie John betont. 17 junge Leute zwischen fünf und 18 Jahren sind dabei. Der Finanzbedarf dafür liegt bei 8000 Euro – eine Summe, die durchaus bei guter Treffsicherheit der Jenaer zusammenkommen kann. Mit etwa 700 Strikes darf nämlich auch 2019 wieder gerechnet werden. Am liebsten, so sagt es Tom Freygang, mögen alle, die mitmachen wollen, sich auf der Homepage der Aktion dafür anmelden; das vereinfache nämlich die Planung. Gern darf man dort, aber auch vor Ort, gleich noch ein Los kaufen – 2000 gibt es bei der Tombola, die man natürlich auch gern in Gänze unter die Leute bringen möchte. Der Hauptpreis: ein 600-Euro-teures Fahrrad. Der Erlös kommt hernach mit in den Spendentopf von „Jena bowlt“.

Ulrike John findet das Klasse – und berichtet, wie dankbar die Kinder dafür sein werden. Überdies beobachte sie unter den Kindern, die von ihr und ihrem Team betreut werden, eine enorme soziale Kompetenz. Das Wissen, wie es dem anderen geht, das mitfühlen können, das sei ausgeprägt. „Man hilft sich gegenseitig. Das ist ganz toll“, sagt John. Und dank der Roma Bowlers und ihrer Aktion kommt dazu noch etwas Hilfe von außen dazu. Hilfe, die wirkt.

Alle Infos und Zeiten unter: www.jenabowlt.de

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