In Jena beginnt das große Zählen

Thorsten Büker
| Lesedauer: 2 Minuten
Erhebungsstellenleiter Christian Heise (links) und sein Stellvertreter Lutz Krenkel.

Erhebungsstellenleiter Christian Heise (links) und sein Stellvertreter Lutz Krenkel.

Foto: Kristian Philler / Stadt Jena

Jena.  Der Zensus 2022 startet ein Jahr verspätet. Stichtag für die Erhebung ist der 15. Mai.

Es wird wieder gezählt: In Jena wird der Zensus 2022 vorbereitet. Dabei geht es einmal mehr um verlässliche Einwohnerzahlen. Sie sind Grundlage für viele Entscheidungen, zum Beispiel für den kommunalen Finanzausgleich, der pro Kopf gezahlt wird. Und die Stadtplaner bekommen Antworten auf viele Fragen: Reicht die Zahl der Kindergärten? Gibt es genügend Wohnungen?

Wie bereits im Jahr 2011 nimmt Deutschland damit im kommenden Jahr an einer EU-weiten Zensusrunde teil. Diese Erhebung sollte bereits im vergangenen Jahr durchgeführt werden, wurde aufgrund der Corona-Pandemie allerdings von 2021 auf das Jahr 2022 verschoben. Der Stichtag für die Erhebung ist der 15. Mai 2022. Die Stadt Jena hat eine zentrale Erhebungsstelle eingerichtet.

Der Zensus umfasst vier Komponenten:

Haushaltestichprobe,

Vollerhebung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften,

Gebäude- und Wohnungszählung

sowie eine Wiederholungsbefragung.

In Jena werden etwa 12.500 Personen direkt befragt, darunter sind 4500 Vollerhebungen in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften. Ab Mitte Mai startet die Befragung, bei der sogenannte Erhebungsbeauftragte die zufällig ausgewählten Haushalte zu Basisinformationen abfragen. Die eigentliche Erhebung durch den Auskunftspflichtigen soll online erfolgen und nimmt etwa zehn Minuten in Anspruch. Das genaue Prozedere wird von den Erhebungsbeauftragten erläutert.

Damit bis dahin alles vorbereitet ist, laufen derzeit umfangreiche Arbeiten, für die der Erhebungsstellenleiter Christian Heise und sein Stellvertreter Lutz Krenkel verantwortlich sind. Hierzu gehört die Einrichtung einer Erhebungsstelle im Gebäude Am Anger 28. Ebenfalls werden die Daten aufbereitet und 85 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte in ihre Aufgaben eingewiesen. Der gesamte Zensus stelle höchste Anforderungen an Datenschutz und statistische Geheimhaltung, sagt Heise. Er rechnet mit Gesamtkosten von etwa 400.000 Euro, 100.000 Euro davon für Honorare.

Nach dem Zensus 2011 – es war die erste Volkszählung im wiedervereinigten Deutschland – freute sich die Stadt Jena über mehr Einwohner als bisher angenommen. Das werde sich so im kommenden Jahr nicht wiederholen, prophezeit OB Thomas Nitzsche (FDP). Vor zehn Jahren habe man nicht sonderlich zwischen Erst- und Zweitwohnsitz unterschieden. Die entscheidende Frage sei die nach dem Lebensmittelpunkt gewesen. Im kommenden Jahr werde der Erstwohnsitz maßgeblich sein.

Wer als Erhebungsbeauftragter mitwirken will, kann sich bei der Zensus-Erhebungsstelle Jena melden: Es wurde eine spezielle Seite mit allen relevanten Informationen erstellt: www.jena.de/zensus2022