Ist José Mourinho oder Giovanni Trapattoni besser als Trainer für den FCC?

Jena  Nur der FCC -- der Wochenrückblick: OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch auf der Suche nach Blutgrätschen, Abseitsfallen und Seitfallziehern.

Der derzeit Joblose Startrainer José Mourinho lernt zum Zeitvertreib Deutsch: „Das ist echt schwierig, Mann“. Hätte er den FCC wieder auf Trap bringen können?

Der derzeit Joblose Startrainer José Mourinho lernt zum Zeitvertreib Deutsch: „Das ist echt schwierig, Mann“. Hätte er den FCC wieder auf Trap bringen können?

Foto: Andrew Matthews/dpa

Kurz vor Weihnachten im vergangenen Jahr war Schluss. José Mourinho, Trainer bei Manchester United, musste gehen. Seitdem gilt er als vereinslos. Ich erzähle das nicht, weil ich meine, er wäre ein guter Trainer für den FC Carl Zeiss Jena gewesen. Obwohl, das wäre mal ein wirklich cooles Experiment. Kann ein Trainer von Weltformat eine marode Truppe wie die Holzer des FCC aus dem Abstiegssumpf herausführen? Ich sehe förmlich die Schlagzeilen in den Boulevardmedien vor mir: Star-Trainer soll Gurkentruppe vor dem Untergang retten.

Lukas Kwasniok als Übungsleiter bei den Jenaern ist Geschichte. Sogar mit einem Mann mehr konnte sein Team zu Hause nicht gegen den MSV Duisburg gewinnen. Das war selbst den langmütigen Verantwortlichen beim FCC zu viel. Zehn Spiele ohne Sieg: Feierabend.

Nun wird gesucht und der neue Mann erst nach dem Spiel in Kaiserslautern präsentiert. Offenbar dachte man sich, bei einer Niederlage - das übliche Ergebnis beim FCC - wäre der Start des Kwasniok-Nachfolgers gleich verdorben.

Leider ist Giovanni Luciano Giuseppe Trapattoni, 80 Jahre alt, in Rente. Zum Schluss seiner Laufbahn trainierte er noch fünf Jahre lang das Nationalteam von Irland. Und auch dem FC Bayern München hat er mal als Chefcoach Dampf gemacht. Legendär seine Wutreden. Er beklagte sich beispielsweise, dass manche Spieler vergessen, dass sie Profis sind. Das Zitat für die Ewigkeit: „Es gibt Spieler, die sind wie eine Flasche leer.“ Nichts passt besser zu den beispiellos müden und armseligen Schlussviertelstunden, die sich das FCC-Team regelmäßig erlaubt. Schade, dass den Spielern niemand die Nähe zu leeren Flaschen vor brüllt. Es würde doch so herrlich passen, wenn die Mannschaft mal wieder ihre Energie nicht auf dem Platz entlädt, sondern sich lediglich beim Zerlegen der Spielerkabine verausgabt.

In Kaiserslautern könnte die Jenaer Mannschaft zeigen, dass sie auch über die komplette Spielzeit Mumm auf dem Platz hat, nicht nur in der Kabine. Der Betzenberg, Platz des Gastgebers Kaiserslautern, hat seinen Schrecken ohnehin schon lange eingebüßt. Auch dort gibt es einen neuen Trainer. Gewonnen hat er aber noch nicht.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.